Wie machen Pollen krank? Neue Erkenntnisse

In dem Artikel Birkenpollenallergene hab ich beschrieben, dass Pollenallergie biochemisch eine komplexe Angelegenheit ist. Jetzt gibt es neuste Erkenntnisse, die das Ganze noch verwirrender machen.

In der Polle gibt es allergene Substanzen, auf die wir reagieren. Wie wir wissen, sind dies unterschiedliche Stoffe und jeder und jede reagiert ein bißchen anders auf die einzelnen Allergene. Nun hat man herausgefunden, dass eine Polle zusätzlich auch scheinbar harmlose, aber entzündungsfördernde Stoffe enthält, die das Ganze erst so richtig schlimm machen.

Bisher hat man bei der Desensibilisierung den ganzen Pollen benutzt und möglicherweise wird sie wirksamer, wenn sie nur die Allergene enthält.

Also noch ein Faktor, den man berücksichtigen muss. Meine Theorie ist, dass es in manchen Jahren weniger schlimm ist und in anderen schlimmer, weil die Zusammensetzung der Pollen vielleicht jedes Mal ein bißchen anders ist.

 

 

 

 

Die Luftzugfrage

Dass Pollen die Pest sind und dass sie dieses Jahr unerhört lange dauern, darüber brauchen wir noch zu reden. Aber wir können die Zeit nutzen, unsere Erkenntnisse zu verfeinern. Ich mache mir Gedanken zum Thema Luftzug. These: Luftzug ist unter allen Umständen zu vermeiden. Luftzug ist die Pollenhölle.

Natürlich meine ich pollengetränkte Luftzüge. Zum Beispiel: Offene U-Bahnfenster, schlechte Zug-Lüftungsanlagen (EC), Fahrradfahren, schlechte Klimaanlagen im Kino.

Ich stellte es zufällig fest, dass es mir extrem schlecht ging nach U-Bahnfahrten und ähnlichem. Jetzt schaue ich sehr genau, wo ich sitze (vorne, VOR dem offenen Fenster in Fahrtrichtung gedacht) und es ist besser. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder mag das jemand experimentell belegen? (Nein, Scherz, das macht man nicht mit Menschen) Oder weiss jemand Genaueres über die schlechten Lüftungsanlagen in ECs?

Ich finde, das Thema sollte in jedem Pollenratgeber abgehandelt werden.

Pollenflucht

Man nehme eine gehörige Portion Panik und würze sie mit einer Prise Hysterie. Dazu mische man ein gutes Pfund böse Vorahnung und einige Scheiben Erfahrung aus schlimmen Jahren.  Das Ganze einmal ordentlich aufkochen lassen und dreimal gründlich umrühren. Fertig ist die ~~~Fluchtnotwendigkeit.~~~~~

Nach diesem Rezept gestalten Benni und ich schon seit letztem Jahr unsere Flucht aus diesem Lande. Nach Jahren des aufreibenden Kampfes gegen den Feind haben wir eingesehen, dass es keine Schande ist, den Rückzug anzutreten. Im April gehört dieses Land der Birke. Es ist nun einmal so.

Wenn Ihr die Europakarte für das letzte und vorletzte Aprildrittel anschaut, seht Ihr, welche Länder sicher sind: Südportugal, Südspanien, Afrika, Teile von Griechenland, Nordnorwegen, einige Mittelmeerinseln und natürlich Atlantikinseln. Weiterlesen

Jenseits von Loratadin und Cetirizin

Loratadin und Cetirizin sind freiverkäufliche, relativ kostengünstige Medikamente, die allergische Reaktionen unterdrücken (Antihistaminika). Dass sie leicht zu bekommen sind, ist wohl der Grund, warum sie so verbreitet sind.

In meinem Artikel  zu den beiden Wirkstoffen habe

Lachen ohne Pollen

Foto: Wikipedia Shankbone. CC BY-SA 3.0

ich darauf hingewiesen, dass es Unterschiede zwischen den beiden gibt, z. B. in den Nebenwirkungen. Also nicht einfach schlucken, sondern nachdenken und sich umhören.

Konsequenterweise sollte man dann auch weiterdenken. Statt Jahr für Jahr trotz Tabletten unter der Pollenpest zu leiden, lohnt es sich, andere Wirkstoffe auszuprobieren.

Alexander erwähnte in seinem Kommentar zum Beispiel Desloratadin und Levocetericin. (Danke dafür!) Weiterlesen

Fortbewegung trotz Pollen

Seit ca einer Woche hat der Pollenterror auch Berlin erreicht. Erle. Ich habe festegestellt, dass fahrradfahren ziemlich belastend ist. In der S-Bahn oder wenn man zu Fuß geht, ist die Belastung sehr viel geringer, scheint mir. Vielleicht filtert man bei dieser schnellen Fortbewegung zuviele Pollen aus der Luft. Oder man ist zu nah an den Autoabgasen, die ja bekanntlich die Pollen erst aggressiv machen. Habt Ihr auch die Erfahrung gemacht? Habt Ihr eine Erklärung für dieses Phänomen?

Am sichersten ist es jetzt natürlich im Auto mit Pollenfilter. Aber dann würde man ja gleichzeitig zur Verschlimmerung des Pollenproblems mit beitragen. Das möchte ich auch nicht emfpfehlen.

Ein Fahrrad mit pollensicherer Kabine wäre vielleicht die Lösung.

Oder man bleibt zuhause und verrammelt Fenster und Türen. Das ist natürlich die eleganteste Lösung, die aber von der Umgebung so ungnädig aufgenommen wird. Ich fordere gesellschaftliche Akzeptanz für Pollenrückzug!

Loratadin oder Cetirizin— nicht egal!!!

Die Antihistaminka der sogenannten neueren Generation, Loratadin und Cetirizin, haben weniger Nebenwirkungen als die früheren. Sie haben deshalb beide einen guten Ruf.

Aber kaum jemand weiß, dass es nicht egal ist, welches der beiden man einnimmt. Unterschiede in der Wirkungsweise und in den Nebenwirkungen beschreibt die Pharmazeutische Zeitung genauer. So sollte der Arzt zunächst Loratadin empfehlen, da es nicht oder fast nicht müde macht. Cetirizin dagegen wirkt zwar besser bei Hautproblemen, aber macht schläfrig und dämpft die Motivation (!!!). Zwei Stunden nach der Einnahme soll das eintreten. Auch die Fahrtüchtigkeit ist dann beeinträchtigt.

Warum sagt einem das keiner?? Ich möchte gerne wach und motiviert bleiben, sofern ich es vorher war!

Edit: Mehr dazu und zu Alternativen in dem Artikel Jenseits von Loratadin und Cetirizin.

Wie Allergien entstehen

Wir können kein Adenosin wahrnehmen. Diese Substanz kommt im Pollenstoffwechsel (so etwas gibt es?!) vor und signalisiert dem Körper normalerweise, dass die Polle harmlos ist. So toleriert der Körper die Polle. Bei einer Allergie nimmt der Körper das Adenosin nicht wahr und schwupps, haben wir die Alarmbereitschaft, die wir so gut kennen.

Herausgefunden hat das Claudia Traidl-Hoffmann von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI). Quelle

Die neue Erkenntnis bringt vielleicht neue Behandlungsmöglichkeiten. Und bereitet der ewigen Diskriminierung und Banalisierung als „Befindlichkeitsstörungen“ womöglich ein Ende. NEIN, ich HABE als Kind im Dreck gespielt. Diese Rechtfertigung ist nun nicht mehr nötig. …hoffe ich