Mysterium Birkenblüte

Auf meine Frage nach dem Stand der Birkenblüte im letzten Artikel  kamen von Euch vollkommen widersprüchliche Antworten. Die einen meinen das Ende gesehen zu haben, die anderen protestieren energisch und beobachten gerade den Anfang, in denselben Orten.

Ich halte fest: Wir haben keine Ahnung.

Woran liegt das?
1. Die Birke verhält sich verwirrend dieses Jahr. Ihr habt es schon erwähnt: Über die Jahre hinweg haben wir einen „normalen“ Ablauf beobachtet: Erst harte grüne Troddeln, dann offene braune, trockene Troddeln und dann!!!!! erst Blätter. So waren die Blätter immer ein Signal, dass es bald vorbei sein würde.

Dieses Jahr fing die Birke sofort mit Blättern an. Heißt das nun, dass es es schnell vorbei ist? Ich stelle mir vor, dass ein Baum viel Kraft für seine Blätter braucht. Wozu dann noch soviel Aufwand in Blühen stecken??

Ich habe versucht, Fakten zur Blätterbedeutung und Blüh-Blätterzeitpunktbeziehung zu finden. Austrieb sagen die Baumfreunde wohl. Aber die Ergebnisse sind mager. Nur soweit: Das fällt in den Bereich der Phänologie, die Beobachtung, wann welche Pflanzen welches Stadium erreichen. Und es gibt eine Formel, um den Blühbeginn auszurechnen. Der ist nämlich angeblich temperaturabhängig. Man benutzt dabei sogenannte Wachstumsgradtage.

Wachstumsgradtage (WGT) nach der Berechnungs-Methode „modifizierte Berechnung des einfachen Durchschnitts“ werden errechnet, indem man den Durchschnitt der täglichen Minimal- (Tmin) und Maximaltemperatur (Tmax) nimmt und ihn mit einem Schwellenwert (Tz) vergleicht (normalerweise 10 °C). Als Gleichung dient:\mathsf{WGT} =\frac{T_{\min} + T_{\max}}{2} - T_z

Hm….

Aber da stand nichts von Blüh-Ende und nichts von Blättern. Die Seite der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien verspricht eine Pflanzen-Beobachtungsanleitung, aber enthält kaum Informationen.

Es wäre schön, mal einen Workshop von Biologen zu bekommen. Denn, ich wiederhole: Wir haben wirklich zu wenig Ahnung. Kennt von Euch niemand Botaniker oder Biologen? Ich hab Gärtner gefragt, aber die wussten mehr so praktische Dinge wie Wässern.

2. Und mir scheint, die einzelnen Birken sind dieses Jahr sehr unterschiedlich schnell. Das macht es schwer, die Lage zu beurteilen. Sonst kam es mir einheitlicher vor. Aber das kann auch täuschen.

3. Verwirrend finde ich dieses Jahr die Pollenflugvorhersagen und Blühberichte. Die kommen gar nicht richtig nach. Lange erschien die Birke gar nicht in den Pollenwarnungen, obwohl sie schon längst aktiv war. Zumindest habt Ihr darüber berichtet. Selbst die Karte vom DWD hat lange Zeit gar nichts angezeigt.

Aber jetzt ist eins zumindest sicher. JETZT BLÜHT SIE! Und zwar ordentlich.

Immerhin behauptet der  DWD  jetzt, dass 45% aller Birken angefangen hätten zu blühen. Aber ob das stimmt? Die Zahl erscheint mir niedrig. Und die Karte Blüh-Ende steht bei 1%.

Birken töten ist ja leider verboten, aber ich habe trotzdem Spaß daran, Blauwassernägel zu googlen.

 

 

 

 

 

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Fast geschafft

So, jetzt ist es wirklich fast vorbei. Der Mittwoch könnte nochmal unangenehm werden, aber schon ab Donnerstag können wir mit erfrischendem Regen rechnen. Der wird hoffentlich alle bösen Pollen wegwaschen und alles ist wieder gut. Danach dürften höchsten nochmal schwache Attacken von der Birke kommen. Die ist jetzt voll und ganz auf Blätter eingestellt und hat nicht mehr viel mit Blühen im Sinn. (Der deutsche Wetterdienst sagt jetzt Meldequote 64%)

Wann der Regen wohin kommt, ist nichtklar. Je nachdem, welchen Wetterdienst man fragt, bekommt man unterschiedliche Antworten. Aber weil es so hübsch aussieht mit den niedlichen Wölkchen, glaube ich wetter24. Die sagen, dass es am Donnerstag schön in Kassel, Frankfurt regnet, bis hin nach Nürnberg und Freiburg zieht es sich. Am Freitag und Samstag dann auch in Niedersachsen.

Schön finde ich, dass es so großflächig und ausgiebig regnet. Das ist wichtiger als die Regenmenge vor Ort. Denn die Pollen fliegen ja so weit. Was in Kassel aus der Luft gewaschen wird, kommt hier nicht mehr rübergeflattert. Sorgen macht mir nur, dass in Schleswig-Holstein anscheinend gar kein Tropfen Regen runterkommen soll. Zudem sind die Birken da noch langsamer als im restlichen Deutschland. (DWD: 52 %) Wächst da ein Pollenrestdepot heran?

PS: Ich habe kein Wort über Gräserpollen verloren. Das traurige Thema habe ich bewußt ausgespart. Die Betroffenen haben wirklich mein Mitgefühl.

Birkenniedergang: 52 %

Die Pollenbelastung ist in vielen Gebieten immer noch ziemlich hoch, weil das Wetter so trocken ist und die Birke dieses Jahr nicht so schnell zu Potte kommt. Es soll leider noch ein paar Tage lang so pervers sonnig bleiben.

Aber immerhin zeigt der Deutsche Wetterdienst inzwischen eine Meldequote von 52%! Und seit gestern wird die Karte „Ende der Blütezeit der Birke in Deutschland“ dann auch richtig, das heißt, mit farbigen Abstufungen dargestellt. Auf der bunten Karte kann man schön erkennen, wo es am schnellsten geht und wo die Problemgebiete liegen. Da bestätigt sich, dass z.B. Frankfurt a. M. dieses Jahr vom Birkenglück begünstigt war. Auch die Leiziger hatten es gut. Aber Norddeutschland und alle in dieser dunkelblauen Beule in Niedersachsen, mussten länger leiden. Man kann leider nicht direkt auf die Karte verlinken. Von hier aus auf Daten und Produkte gehen, dann Aktuelle Karten….

…..und dann den Niedergang der Birke täglich verfolgen…. go-go-go!!

Aktuelle Birkensituation

Der Birkenpollenflug ist seltsam dieses Jahr. Polleninfo.org verkündet seit Tagen „Birch: is over for this year“, aber wenn ich das Fenster aufmache, muss ich immer noch niesen. Ok, es ist nicht zu vergleichen mit dem Pollenwahnsinn, den wir Mitte/Ende April erdulden mussten. Aber wirklich vorbei kann man das nicht nennen. Die Birken vor Ort (Niedersachsen) haben schon dicke, fette Blätter, man sieht kaum noch Troddel. Das heißt eigentlich, dass sie mit ihren Blühgeschichten mehr oder weniger durch sind.

Die Pollenbelastung kommt wahrscheinlich durch das trockene, sonnige Wetter. Die Pollen, die auf dem Boden rumliegen, werden herumgewirbelt. Und die Restpollen an den Birken müssten eigentlich mal durch einen kräftigen Regenguß heruntergewaschen werden. Leider ist Regen in den meisten Gebieten Deutschlands erst für Freitag angekündigt. Bis dahin bleibt es wohl trocken und pollig. Das sagen auch die meisten Pollenvorhersagen: Mäßige bis starke Belastung.

Allerdings irren sie sich immer wieder: Benni erzählte, dass es in Frankfurt (Main) quasi vorbei ist. Im Rheinland soll der Blühhöhepunkt ja schon länger überschritten sein. Schaut man regelmäßig auf die Karte „Ende der Blütezeit der Birke“ vom deutschen Wetterdienst, so erkennt man, dass sich die Dinge langsam zum Besseren wenden. Die Karte füllt sich von Süden her stetig mit Zahlen. Anscheinend steht jede Zahl für eine Meldung ausgeblühter Birken. Die Meldequote (was immer damit gemeint ist) steigt Tag für Tag und momentan steht sie bei 27%. Am dicksten klumpen sich die Zahlen bei Stuttgart, Mannheim, Darmstadt, sowie entlang der Donau mit einem Schlenker nach Landshut hin. Einen zweiten dicken Klumpen gibt es bei Leipzig, Mühlhausen, Chemnitz. In Norddeutschland sieht es dagegen noch etwas mau aus. Vermutlich heißt das, dass wir als letzte erlöst werden. Aber es tut sich immerhin was!

Du sollst das Brauchtum pflegen

In vielen Regionen Deutschlands werden Ende April jede Menge Birken getötet. Es gibt nämlich die Tradition, am ersten Mai auf dem Dorfplatz um tote, geschmückte Birken zu tanzen. Außerdem stellt man sich gerne gegenseitig kleine Birken vor die Haustür. Das gilt als Liebesbeweis. „Klein“ heißt dabei 4 m hoch, also schon ernstzunehmende Pollenverbreiter.

Wenn jedes Jahr scharenweise Verliebte in den Wald rennen und Birken abholzen, kann man das als effektive Regulation des Pollenaufkommens begreifen. Dieser Brauch wird heutzutage viel zu wenig gepflegt und wir sehen ja, was wir davon haben! Pollenpest! Pflegt doch die Tradition! Ob Ihr den Baum als Fruchtbarkeitssymbol seht, weil er so schön und so früh grünt und blüht (würg) oder ob Ihr einfach das nahe Ende der Pollenzeit feiern möchtet, ist völlig egal. Es zählt das Resultat.

Lobend erwähnen möchte ich Küchenserver, der schon im Januar Birkenmordpläne hegte, — und das als Großstadtmensch! Ich hoffe, er hatte Erfolg. Wer Angst hat, vom Förster erwischt zu werden, kann sich einfach beim Maibaumtaxi einen Baum bestellen.

Das Ende der Blütezeit sehnsüchtig erwartet

Aus den Suchanfragen, über die unser Blog zur Zeit gefunden wird, spricht tiefe Verzweiflung. „Wann hat die Birkenzeit ein Ende“ oder „Wie lange dauert die die Blütezeit der Birke“ lese ich da. Zwischen den Zeilen höre ich: „Wann hat die verfluchte Scheißbirkenpest ENDLICH ein Ende, verdammt nochmal!!!“ Die Antwort darauf ist nicht leicht zu finden. In den Ergebnissen von Suchmaschinen verstecken sich die wertvollen Infos in einer Flut von oberflächlichen Illustriertenartikeln. Die Ergebnisse sind auch nicht nach Aktualität sortiert. Deshalb fasse ich mal zusammen, was ich so herausgefunden habe.

Erstmal die schlechte Nachricht: Man kann es nicht genau sagen. Die blöde Birke hält es nicht für nötig, sich an feste Termine zu halten, sie folgt eher einem lockeren Lebenswandel und reagiert launenhaft auf Wetter und andere Befindlichkeiten.

Trotzdem lassen sich aus den Daten der letzten Jahre, den durchschnittlichen Pollenmengen, Vermutungen ableiten: Mitte bis Ende April ist meistens die schlimmste Zeit, danach wird es besser. In dieser Zeit, JETZT, schmeißt die Birke alles raus, was sie hat. Aber nach zwei bis drei Wochen geht ihr langsam die Munition aus. Von Anfang bis Mitte Mai wird die Pollenpest deshalb von Tag zu Tag weniger. Zwar treiben sich noch bis in den Juni hinein Pollen in der Luft herum und der Körper braucht eine gewisse Zeit, um sich von der Panik erholen. Doch ich bin mir sicher, dass wir schon ab Anfang Mai deutlich aufatmen werden. Erfahrungsgemäß sind warme Teile Deutschlands ein paar Tage schneller als wir hier in Norddeutschland. Frankfurt oder Süddeutschland zum Beispiel. Dieses Jahr stürmt das Rheinland voraus, wie ich schon geschrieben habe.

Meine Spekulationen stimmen in etwa überein mit der groben Langfrist-Prognose von Donnerwetter.de. Wer es genauer wissen will, kann bei Polleninfo.org das Jahresdurchschnittsdiagrammm von seiner Region aufrufen. Und die Daten zum diesjährigen Blühbeginn verraten einem, wie die Birke vor Ort dieses Jahr gestartet ist.

Auch hier nochmal der Hinweis: Der Link zur Blütezeit- Datenbank beim deutschen Wetterdienst scheint nicht richtig zu funktionieren. Falls Ihr Euch durchklicken müsst, hier der Aufbau der Seite: dwd.de, Klima und Umwelt, Phänologie, Daten und Produkte, Aktuelle Karten. (Ich verstehe es wirklich nicht!)

Endlich Daten zur Blütezeit der Birke

Wie lange wird die Pollenzeit dieses Jahr dauern? Wieviel haben wir schon hinter uns? Das fragt sich das leidende Heuschnupfenopfer regelmäßig in der Birkenzeit.

Wenn man die Birken vor der Tür genau beobachtet, bekommt man Hinweise zur aktuellen Blühsituation. Phänologie heißt das auf fachsprachig. Die Farbe und Größe der Trotteln verändern sich, Blätter kommen mit der Zeit hinzu. Aber Birkenpollen könnnen mehrere hundert Kilometer weit fliegen. Das heißt, man müsste permanent herumreisen, um sich ein Bild zu machen.

Das erledigt zum Glück der Deutsche Wetterdienst, wie ich eben herausgefunden habe. Hier gibt es eine Datenbank, die einem den Blühbeginn und das Blühende der Birke als hübsche Übersichtskarte darstellt. (Für andere Pflanzen übrigens auch.)

Man wählt die Pflanzenart und die Region und ab geht es. Zum Beispiel sieht man, dass die Birke dieses Jahr besonders früh im Rheinland angefangen hat, in der Umgebung von Leipzig und an der westlichen Grenze von Baden-Würtemberg. Dort wird es bestimmt auch als erstes zuende sein. Beneidenswert.

Anhand der Daten kann man die aktuelle Situation mit den Vorjahren vergleichen und daraus Hoffnungen ableiten. Naja, es ist ein bißchen besseres Kaffesatzlesen für Heuschnupfenopfer, aber was soll man sonst tun?

Zum Blüh-Ende der Birke in Niedersachsen 2008 steht dort übrigens noch: „Zur Zeit keine aktuellen Daten vorhanden“ AAhhhhh, Hilfe!!

Nachtrag: Der Link zur Blütezeit- Datenbank beim deutschen Wetterdienst scheint nicht immer zu funktionieren. Falls Ihr Euch durchklicken müsst,

hier findet ihr die Karte:

Deutscher Wetterdienst: Phänologie,

dann Daten und Produkte,

dann Aktuelle Karten.