Jenseits von Loratadin und Cetirizin

Loratadin und Cetirizin sind freiverkäufliche, relativ kostengünstige Medikamente, die allergische Reaktionen unterdrücken (Antihistaminika). Dass sie leicht zu bekommen sind, ist wohl der Grund, warum sie so verbreitet sind.

In meinem Artikel  zu den beiden Wirkstoffen habe

Lachen ohne Pollen

Foto: Wikipedia Shankbone. CC BY-SA 3.0

ich darauf hingewiesen, dass es Unterschiede zwischen den beiden gibt, z. B. in den Nebenwirkungen. Also nicht einfach schlucken, sondern nachdenken und sich umhören.

Konsequenterweise sollte man dann auch weiterdenken. Statt Jahr für Jahr trotz Tabletten unter der Pollenpest zu leiden, lohnt es sich, andere Wirkstoffe auszuprobieren.

Alexander erwähnte in seinem Kommentar zum Beispiel Desloratadin und Levocetericin. (Danke dafür!) Das sind laut Wikipedia die gleichen Wirkstoffe, leicht abgewandelt: Enantiomer, also spiegelbildlich zusammengebaute Moleküle und aktive Metabolite, Stoffwechselzwischenprodukte. Die Nebenwirkungen sollen angeblich anders sein. Ich finde das einen Versuch wert.

Darüber hinaus lohnt sich auch der Gang zum Arzt, Ärztin:  Während viele Heuschnüpfige Ärzte meiden, weil es kaum Behandlungsmethoden gibt, vergessen sie eins: Ärzte haben die Möglichkeit, andere Wirkstoffe zu verschreiben. Es gibt ja einige, die verschreibungspflichtig sind, und möglicherweise ist etwas dabei, das besser anschlägt. Edit: ZB Aerius, Wirkstoff Desloratadin, soll sehr gut wirken.

Meine Ärztin sagte sinngemäß, nur Versuch macht kluch. Das heißt, welches Medikament bei wem gut oder schlecht wirkt, scheint individuell unterschiedlich zu sein und für die MedizinerInnen kaum vorhersehbar. Ich habe da aber vielversprechende Berichte von sehr gut wirksamen Tabletten gehört. JETZT wäre der richtige Zeitpunkt für einen Gang zum Arzt/ Ärztin, bevor die Pollenpest richtig loslegt.

Wenn es sehr schlimm wird, greifen manche auch zu Cortison. Die berühmt berüchtigte Cortisonspritze, die ein allergiefreies Frühjahr beschert, ist sehr verführersich oder aber Cortisontabletten wie z B Urbason. Cortison ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, es kann sehr unangenehme Nebenwirkungen haben. Bei dem obengenannten Medikament ist Impotenz noch eine der harmlosen möglichen Folgen. Wobei natürlich nichts so impotent macht wie Pollen.

Dass Cortison besser sei als sein Ruf, behauptet, Dr. Ulrich Schäfer, HNO-Arzt und Allergologe, in seinem Blog. Er berichtet von einer Studie, in der deutlich wurde, dass Cortison regulierend in das Immunsystem eingreift. Ein bisher unbekannter Wirkmechanismus des Cortison sei da entdeckt worden. Ist es nicht schön, dass sich immerhin  etwas tut in der Allergieforschung?!!

Habt Ihr noch Erfahrungswerte, welche Medikamente besonders gut oder besonders schlecht geholfen haben?

PS: Ich werde dieses Jahr mal Aerius ausprobieren, das wurde mir mehrfach empfohlen. Dann berichte ich gerne.

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29 Antworten

  1. Ich hab schon so ziemlich alle Tabletten ausprobiert (auch aerius) die meisten haben starke nebenwirkungen bei mir ausgelöst und form von starker müdigkeit (ca. 14h schlaf pro tag) aber der örper ist auch so schon geschwächt während der pollensaison und benötigt mehr schlaf allerdings nicht so viel wie mit tabletten.
    Die Nebenwirkung ist allerdings ganz gut wie ich finde, und auch das einzigste was daran geholfen hat!
    Es gab und igbt auch Jahre an denen nehme ich keine Medikamente und ich merke eigentlich immer das selber 1-3 Tage wirklich schrecklicher heuschnupfen, nase läuft fast ununterbrochen danach abklingen der beschwerden und folgeerscheinungen (husten, rote kaputte nase vom vielen nase putzen usw.) Das gleiche passiert dann in ca. 2 Wochen noch einmal danach klingt es ab und es wird Mai und somit ist es für dieses Jahr erledigt.
    Was ich auch noch sagen kann, ist das diese starke reaktion meist kommt wenn der erstkontakt auftritt, also nachdem die pollen angefangen haben zu blühen und das zweite nachdem warscheinlich die bäume auf den höher gelegegeen bergen anfangen zu blühen.

    • Noch ein Edit:

      Aerius hat keine müdigkeit ausgelöst, aber den Heuschnupfen auch nicht gelindert, wie schon erwähnt auch ohne Tabletten legt sich das ganze meist nach 1-3 Tagen, früher habe ich das auf die Wirkung der Tabletten zurückgeführt, heute nicht mehr.

      Grüße
      Adrian

      • Da hast Dus gut, wenn es bei Dir nur 3 Tage lang Heuschnupfen ist. Beneidenswert. Bei mir ist es längere Zeit durchgehend schlimm. Aber wie gesagt, ich werd mal Aerius probieren.

  2. Das letzte Mal war ich nach Aerius gut drauf, hatte vorher jahrelang Depot Cortison erhalten. Nun nehme ich seit drei Jahre gar nichts mehr. Ich hoffe das bleibt auch dieses Jahr so.

  3. Hat denn jemand schon mal von Neuraltherapie gehört? Ich habe eine Ärztin, die das macht und diese Art von Therapie soll wohl auch bei Heuschnupfen schon Erfolge erzielt habenn. Hat jemand Erfahrungen?

    • Das ist eine Alternativtherapie, deren Wirksamkeit nicht wissenschaftlich bestätigt ist. Siehe hier:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Neuraltherapie
      Normalerweise würde ich sagen, probier es doch mal aus und berichte davon. Aber hier steht, dass es dabei immer wieder zu tödlichen Zwischenfällen kam. Da wäre ich also vorsichtig…

      • Informiert habe ich mich schon darüber. Und meine Nachbarin hat mit Neuraltherapie grundsätzlich gut Erfahrungen gemacht, wenn auch nicht im Zusammenhang mit Heuschnupfen. Ich bin ja eher für alternative Sachen, wobei mir Homöopathie und Akupunktur nix gebracht haben. Und mir ist auch klar, dass nicht alles bei jedem wirkt. Aber wenn jemand schreiben würde, dass Neuraltherapie bei ihm geholfeb hat, würde ichs sofort probieren. 😉

      • Achso. Ne, ich kenne leider niemanden, der oder die das probiert hat.

  4. Habe Aerius auch schon ausprobiert, hatte mir leider nicht geholfen. Musste mir vor 3 Jahren Cortison spritzen lassen, konnte 2 Wochen nicht mehr richtig schlafen oder atmen. Desweiteren viele kostspielige Medikamente verschreiben lassen, nichts hatte angeschlagen. Desensibilisierung vor Jahren versucht, auch erfolglos. Ich nehme seit letztem Jahr einen Mix aus verschiedenen natürlichen Substanzen auf, d.h. Magnesium, Selen, Vitamin C/Zink, Globuli: Sabadilla und Galphimiia glauca und dann noch 1 Lorano. Dazu trinke ich viel Brennesseltee. Alles Dinge, dich ich online gefunden hatte und die empfohlen wurden. Inwiefern dies hilft kann ich noch nicht sagen, teste das noch. Bin aber von den Medikamenten auf dem Markt bisher enttäuscht.

  5. da bei mir Loratadin und Certirizin und Augentropfen dieses Jahr nicht ausreichen, und ich das Cortision-Nasenspray nicht unbedingt nehmen will, habe ich in meiner Verzweiflung Bachblüten gegen Allergien ausprobiert und komme ziemlich gut damit klar. Für Unterweges nehme ich dann noch DHU-Heuschnupfenmittel.
    Hier noch der entsprechende Link: http://bachblueten.globuli.de/2012/02/05/anwendung-von-bachbluten-bei-allergien

    Ansonsten folgt bald der 2. Durchgang einer Entgiftungskur. Immerhin bei meinen Hautproblemen und der allgemeinen Fitness hat das schon mal geholfen.

    • Inwieweit funktioniert die Entgiftungskur? Gibt doch bestimmt zich Varianten…

      • Hallo TripleLLL,
        ich habe die Entgiftungskur mit sog. spagyrischen Medikamenten der Firma Phönix gemacht, die die Entgiftungsfunktion von Leber, Niere, Darm/Pankreas und das Lymphsystem aktivieren. Die Entgiftungskur sollte immer in Absprache mit einem Heilpraktiker oder Arzt für Naturheilverfahren durchgeführt werden, da gerade bei der ersten Einnahme heftige Entgiftungsreaktionen auftreten können.

  6. …geteiltes Leid ist halbes Leid…
    Ich war gestern beim akkupunktieren , in der Hoffnung die Spitze des Pollenwahnsinns zu entschärfen…nichts, Null Besserung!

  7. Sehr seltsame Birken-Saison am Niederrhein bislang. Die Symptome sind in diesem Jahr bei mir absolut erträglich. Ich schmeisse tglich 2 Cetirizin ein und bis auf ein wenig Augenbrennen und der üblichen Mattheit, komme ich sehr gut zurecht. Ich kann gar nicht glauben, dass der Höhepunkt schon überschritten sein soll…

    Wenn das immer so ein „Kindergeburtstag“ wäre, würde ich glatt Birken in meinen Garten pflanzen 😉

  8. …guten Morgen, wie lange erfreuen und die reizenden Birkenpollen noch mit ihrer Anwesenheit. Ich komme ganz schön langsam an meine „Grenzen“ .Ich schleppe mich von Tag zu Tag. Habe es heuer noch mit „Johannisbeerknospenspray“, VitaminC, „Chienesischen Kapseln“ , Drei verschiedene Antihistaminika………versucht, nichts!!!!
    Ich möchte nächstes Jahr drei Wochen „flüchten“,
    Wer war schon mal in der Pollenzeit in Sardinien?????

  9. 00:42 Uhr und ich habe nichts besseres zu tun als das Internet nach Mitteln gegen Heuschnupfen zu durchforsten.. Als Kind hatte ich es ganz schlimm, die letzten Jahre waren erträglich aber dieses Jahr weiß ich gar nicht, was ich noch machen soll. Cetiricin, Reactin und diverse andere bereits genannte Mittelchen habe ich schon durch, ohne große Erfolge. Reactin half zwar relativ gut, soll aber ja nur 2 Wochen genommen werden, und danach geht es bei mir dann prompt wieder los, von wegen der Wirkstoff reichert sich 2 Wochen lang an und dann hat man den Sommer Ruhe.. Ich habe auch noch das seltene Glück gegen wirklich j e d e Art von Pollen allergisch zu sein; mittlerweile habe ich sogar Hausstaub und Tierspeichelallergien dazu bekommen, toll bei 2 Hunden als Haustieren :/
    Seit einigen Wochen teste ich „Allvent“ was aber leider auch nicht mal ansatzweise den gewünschten Effekt hatte. Davon mal abgesehen, dass die Kapseln riesig sind und man davon auch noch morgens und abends 2 Stück Schlucken soll. Auch neu für mich sind Halsschmerzen. Ich habe schon seit jungen Jahren Heuschnupfen, immer mit dem obligatorischen Niesen, schnupfen, Augen jucken aber dieses Jahr habe ich sogar Halsschmerzen und Schluckbeschwerden :/
    Habe heute in der Apotheke loratadin bekommen, obwohl mir der Name schon sehr verdächtig vorkam. Bestimmt hilft das auch nicht. Freu mich ja schon auf die Müdigkeit, als wäre man bei der Hitze nicht sowieso schon müde.
    So langsam hab ich das Gefühl die Welt will uns loswerden und beschert uns mit solchen Allergien quasi den Wink mit dem Zaunpfahl „sterbt endlich aus“… *nase schneuz*

    • Hallo,probiers mal mit schröpfen. Bin seit Jahrzehnten vom Heuschnupfen geplagt,schröpfen war das einzige
      was mir geholfen hat.

  10. Ich bin in diesem Frühjahr erfreulicherweise ganz gut durchgekommen. Im Februar habe ich vorbeugend angefangen jeden Abend eine Lorano zu nehmen und im Februar 1x frühs und 1x abends Nasonex gesprüht. Das enthält zwar Kortison, aber wird über die Nasenschleimhäute abgebaut. Außer ein paar Nieser mal zwischendurch und Müdigkeit (leider), konnte ich auf weitere Medikamente verzichten und hatte kaum noch Beschwerden. Momentan nehme ich gar nichts mehr, dabei war ich die letzten Jahre am Verzweifeln! Werde das im nächsten Jahr wieder so handhaben und das Beste hoffen 🙂

  11. ich habe alle(s) (denke ich) über einen längeren Zeitraum probiert. Eine Kombination aus Rupafin und Montelukast zeigt bei mir noch die beste Wirkung. Mein Endziel ist aber ein Haus in der Wüste.

  12. Fenistil® -24-Stunden kann man auch mal ausprobieren

  13. Hallo ich suche einen guten hustenstiller für meinen Mann er hat starken Heuschnupfen und der husten hängt damit zusammen,er hustet extrem nachts so schlimm.was kann er da einnehmen??

    • Hallo,Foster Nexthaler hab ich seit April und meine nächtlichen Halsschmerzen und das Anhusten ist weg.Das Spray muss man einatmen.Hoffe,es hilft.

  14. Hallo zusammen! Kennt irgendjemand das Medikament Urtimed? Wirkstoff ist rupatadin! Würde mich sehr interessieren. Nehme selbst Nasonex und Urtimed! Augentropfen sind bei mir wirkungslos bzw. reagiere ich auf die zusätzlich…

  15. Welche Augentropfen könnt ihr denn empfehlen? Ich nehme seit einigen Jahren Chromophtal. Aber derzeit wirken sie nur mäßig…. Birke sei dank. :@

  16. Mir hilft nur Loratadin. 1 bis 2, je nach Stärke der Beschwerden.
    Nasenspray habe ich diverse versucht. Selbe Reaktion wie auf Cetirizin: Hals schwillt in Sekunden fast komplett zu (!!!) und die Zunge wird dick.
    Dank meiner Urticaria und diverser Allergien, Kreuzallergien, Tierspuckeallergien (sogar auf Mücken!) und Lebensmittelunverträglichkeiten usw hat eine Hyposensibilisierung auch keinen Sinn.

    Ich persönlich strebe jetzt eine Zahnsanierung OHNE AMALGAM an.

    Dauert aber weil die Kosten nicjt ohne sind…

    • Das wollte ich früher auch mal tun. Mein Zahnarzt meinte aber es wäre schädlicher intakte Füllungen aufzubohren und zu entfernen und dass diese Füllungen keine oder kaum Auswirkungen auf den Körper haben.

  17. Ich habe im Januar 2014 bereits einen Kommentar hinterlassen. Ich ernähre mich seit ca. 2-3 Jahren nun komplett ohne tierische Erzeugnisse und bin so gut wie allergiefrei. Mir ging es schon im letzten Jahr richtig gut.
    Ich hatte unter schweren Allergien zu leiden, musste auch mal auf Kortison zurückgreifen.
    Heute niese ich ab und zu mal und habe in diesem Jahr 1-2 Loranos genommen, vorsorglich, denke, ich hätte auch komplett verzichten können.
    Es ist Wahnsinn welch Lebensqualität ich wieder habe, nach all den wirklich ätzenden Jahren in denen immer mehr Allergien hinzu kamen.
    Ich kann eine Ernährung ohne tierische Bestandteile absolut empfehlen. Ich kann endlich auf Medikamente verzichten.

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