Das Kreuz mit der botanischen Verwandtschaft

Die Hauptsaison für Birkenpollen ist April. Doch leider bringt eine Birkenpollenallergie bei vielen auch eine Empfindlichkeit gegenüber Hasel- und Erlenpollen mit sich. In dem Fall kann das Leiden schon im Januar einsetzen.

Was ich sagen möchte: Wer bis jetzt eine ruhige, unbehelligte Frühlingssaison hatte und wirklich nur auf die Birke reagiert, der/die hat richtig Glück gehabt und kann sich freuen!!! Vielleicht hilft dieser Gedanke, die schlimme Saison besser zu überstehen. Sie ist nicht soooo lang.

Das Problem ist, dass Hasel und Erle botanisch mit der Birke verwandt sind. Das heißt, die Allergene ähneln sich und unser Immunsystem kann sie nicht richtig auseinanderhalten. (Wikipedia: Birkengewächse) Auf diese Weise kommen ja auch Kreuzallergien bei Nahrungsmitteln zustande. Da  erkennt unser Körper bestimmte Muster, „Epitope“,  am Apfel als birkig und gerät in Alarmbereitschaft. (Wikipedia: Kreuzallergien)

Freunde und Freundinnen des Gruseltrips schauen gerne mal hier und hier in die Liste. (Runterscrollen) Da steht, wogegen man alles eine Kreuzallergie entwickeln kann, wenn man auf Birkenpollen reagiert.

Das ist nichts für HypochonderInnen! Oder merkt Ihr nicht auch dieses leichte Kratzen im Hals, wenn Ihr an einer HOPFENBUCHE vorbei geht? Findet Ihr nicht die EDELKASTANIE auffällig harmlos??!! 😉

PS: Vielen Dank an Sylvia für ihr Kommentar, der mich zu diesem Artikel inspiriert hat.

Advertisements

Übersichtskarte: Blütezeit Hasel und Erle

Der Deutsche Wetterdienst hat endlich auch Erle und Hasel in seine Blütezeit- Datenbank aufgenommen. Er sammelt Jahr für Jahr Daten zum Blühbeginn und Blühende verschiedener Pflanzen und stellt sie übersichtlich in Kartenform dar. Bisher ging es dem DWD  um Kulturpflanzen, Zielpublikum waren vermutlich Bauern. Aber nun hat er anscheinend begriffen, welch große Gefahr für die Bevölkerung von Hasel  und Erle ausgeht.  Ich gratuliere zu der Erkenntnis und freue mich, dass der DWD  sich der Aufgabe endlich-endlich angenommen hat.

Im Unterschied zu Pollenvorhersagen zeigt die Karte, wie weit die feindliche Pflanze mit ihrer Pollenausschüttung schon fortgeschritten ist. Griffig in Prozentzahlen gefaßt, eignet es sich gut zum Hoffnung schöpfen oder um seine Panik mit Fakten zu unterfüttern. Der jetzige Stand: Erle Blühbeginn Meldequote 11%, klingt zum Beispiel nicht so schön. Erle Blühende Meldequote 100% ist die Meldung, auf die wir warten. Oder natürlich Erle vom Blitz getroffen Meldequote 100%.

Da Hasel und Erle neu in der Datenbank sind, gibt es bisher erst wenig Daten.  Zu Hasel steht noch gar nichts drin, was etwas verwunderlich ist.  Denn ich brauche bloß aus der Haustür zu gehen und sehe Haseltrotteln in Hülle und Fülle. Komisch…..

Update: Birke ist seit Kurzem auch drin!

Pollensaison 2009 hat begonnen

Für alle, die es noch nicht mitgekriegt haben: Die Pollensaison 2009 ist eröffnet.

Seit Anfang Januar sind ab und zu Hasel und Erle unterwegs, je nach Witterung. Und schon am 6. Januar gab es Haseltrotteln in voller Blüte zu sehen. Wir stellten entsetzt fest, dass die Pollenwarndienste schliefen! Einzig Donnerwetter.de warnte vor der Gefahr.
Wer jetzt die Pollenentwicklung verstehen möchte, sollte bei  Wetter online vorbeischauen. (Vorsicht böse Fotos!) Der Dienst erklärt die Zusammenhänge zwischen Wetter und Pollenprognose.  Da heißt es z. B.

Bei zeitweilig trockenem Wetter, vor allem aber bei Sonnenschein schreitet die Entwicklung der Hasel- und Erlenblüte weiter voran.

Das hilft doch mehr als eine Landkarte mit Bienchen oder Pöllchen drauf! Und ich kann dort nachlesen, wo die Hasel am schlimmsten startet:

….insbesondere entlang von Flusstälern, im nordwestdeutschen Flachland sowie in klimatisch begünstigten Regionen des Ostens

Ich hoffe, niemand von Euch wohnt in „klimatisch begünstigten Regionen des Ostens“?

Sehr beruhigend ist die Prognose für heute:

…ist in den Niederungen des Westens (…) schwacher Hasel- und Erlenpollenflug möglich. In den anderen Regionen ist die Luft für spürbaren Pollenflug durchweg zu kalt.

Durchweg zu kalt!!! So wollen wir es haben! Hoffen wir auf weiter knackkaltes Wetter!!! Und meidet Niederungen!!! (Was immer das ist.)

Wo kommen die kleinen Pollen her?

„Wo zum Teufel kommt das ganze Zeug auf einen Schlag her?“ Diese Frage stellen sich Heuschnupfenopfer jedes Jahr, wenn ab Mitte/ Ende Januar die Luft voller Hasel- und Erlenpollen ist.

Das große Geheimnis besteht darin, dass die Bäume schon im Herbst alles vorbereiten. Während wir uns noch von der vergangenen Saison erholen und die Bäume angenehm kahl aussehen, bilden sich unauffällige Miniwürstchen an den Zweigen. Hier am Beispiel der Birke zu sehen:  Birke im Januar 2009

Am gleichen Zweig sitzen neben alten Resten (Früchte? Samen? Pollen?) schon die neuen Trotteln in den Startlöchern.  Anfang Januar!!

Wie mir aus Fachkreisen berichtet wurde, betrifft das alle Bäume, die Trotteln machen. Wir können also jetzt schon nachschauen, was für nette Überraschungen die Bäume vor unserer Haustür für uns vorbereiten. Und es erklärt auch, wie es die  Hasel zum Beispiel schafft, selbst im Dezember auf Wärmeperioden zu reagieren und ihren Pollendreck spontan auszuschütten.

Einen Vorteil hat das Ganze aber für die Forschung: Pollenverhinderungs- oder Pollenvernichtungmaßnahmen könnten schon im Herbst ansetzen. Hat jemand ´ne Idee?