November: Trotteln an den Haseln!!

Niedersachsen: Vor vier Tagen, noch im November, habe ich an den Haselsträuchern frische, hellgrüne Trotteln hängen gesehen. Es sind eindeutig keine Überbleibsel aus der vergangenen Saison, sondern neue. Zwar sahen sie noch ganz unreif aus, aber beunruhigend ist es doch. Normalerweise starten die Frühblüher erst im Januar. Oder habe ich da was falsch verstanden? Einzige Ausnahme war dieser schrecklich lauwarme Winter vor zwei Jahren, da hatten wir schon im Dezember mit Haselpollen zu tun. Aber dieses Jahr war es schon im November ziemlich saukalt. Meines Wissens gibt es  keinen Grund für son Strauch, jetzt schon zu blühen.

Übrigens sah ich an den Birken auch etwas hängen. Klein, dunkel , wurmförmig und mit glatter Oberfläche. Aber das kann nun wirklich nicht sein!!!

Edit:

Danke, Benni für den Hinweis! Eine ausführliche Recherche unserer Hasel-Korrespondentinnen ergab, dass die Hasel  schon im Herbst die Trotteln für das kommende Frühjahr vorbereitet. Die „männlichen Blütenstände“ heißt es auf  biologisch. Nachzulesen ist das in der Wikipedia

Die männlichen Blütenstände entstehen bereits im Herbst des Vorjahres und überwintern nackt.

Es besteht also KEIN Grund zur Panik, alles geht seinen natürlichen Gang.  Ich habe  sofort den Artikel „Birke“ kontrolliert, ob die so etwas ähnliches tut. Aber dazu war nichts zu finden. Vielleicht treibe ich ja noch einen oder eine Birkenspezialisten/ tin auf, um diese interessante Frage zu klären. Es würde ganz andere Möglichkeiten der Pollenprävention ermöglichen…. Gefrorene Trotteln brechen bestimmt ganz leicht ab, wenn man gegen schlägt!?!

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Aktuelle Birkensituation

Der Birkenpollenflug ist seltsam dieses Jahr. Polleninfo.org verkündet seit Tagen „Birch: is over for this year“, aber wenn ich das Fenster aufmache, muss ich immer noch niesen. Ok, es ist nicht zu vergleichen mit dem Pollenwahnsinn, den wir Mitte/Ende April erdulden mussten. Aber wirklich vorbei kann man das nicht nennen. Die Birken vor Ort (Niedersachsen) haben schon dicke, fette Blätter, man sieht kaum noch Troddel. Das heißt eigentlich, dass sie mit ihren Blühgeschichten mehr oder weniger durch sind.

Die Pollenbelastung kommt wahrscheinlich durch das trockene, sonnige Wetter. Die Pollen, die auf dem Boden rumliegen, werden herumgewirbelt. Und die Restpollen an den Birken müssten eigentlich mal durch einen kräftigen Regenguß heruntergewaschen werden. Leider ist Regen in den meisten Gebieten Deutschlands erst für Freitag angekündigt. Bis dahin bleibt es wohl trocken und pollig. Das sagen auch die meisten Pollenvorhersagen: Mäßige bis starke Belastung.

Allerdings irren sie sich immer wieder: Benni erzählte, dass es in Frankfurt (Main) quasi vorbei ist. Im Rheinland soll der Blühhöhepunkt ja schon länger überschritten sein. Schaut man regelmäßig auf die Karte „Ende der Blütezeit der Birke“ vom deutschen Wetterdienst, so erkennt man, dass sich die Dinge langsam zum Besseren wenden. Die Karte füllt sich von Süden her stetig mit Zahlen. Anscheinend steht jede Zahl für eine Meldung ausgeblühter Birken. Die Meldequote (was immer damit gemeint ist) steigt Tag für Tag und momentan steht sie bei 27%. Am dicksten klumpen sich die Zahlen bei Stuttgart, Mannheim, Darmstadt, sowie entlang der Donau mit einem Schlenker nach Landshut hin. Einen zweiten dicken Klumpen gibt es bei Leipzig, Mühlhausen, Chemnitz. In Norddeutschland sieht es dagegen noch etwas mau aus. Vermutlich heißt das, dass wir als letzte erlöst werden. Aber es tut sich immerhin was!

Das Ende der Blütezeit sehnsüchtig erwartet

Aus den Suchanfragen, über die unser Blog zur Zeit gefunden wird, spricht tiefe Verzweiflung. „Wann hat die Birkenzeit ein Ende“ oder „Wie lange dauert die die Blütezeit der Birke“ lese ich da. Zwischen den Zeilen höre ich: „Wann hat die verfluchte Scheißbirkenpest ENDLICH ein Ende, verdammt nochmal!!!“ Die Antwort darauf ist nicht leicht zu finden. In den Ergebnissen von Suchmaschinen verstecken sich die wertvollen Infos in einer Flut von oberflächlichen Illustriertenartikeln. Die Ergebnisse sind auch nicht nach Aktualität sortiert. Deshalb fasse ich mal zusammen, was ich so herausgefunden habe.

Erstmal die schlechte Nachricht: Man kann es nicht genau sagen. Die blöde Birke hält es nicht für nötig, sich an feste Termine zu halten, sie folgt eher einem lockeren Lebenswandel und reagiert launenhaft auf Wetter und andere Befindlichkeiten.

Trotzdem lassen sich aus den Daten der letzten Jahre, den durchschnittlichen Pollenmengen, Vermutungen ableiten: Mitte bis Ende April ist meistens die schlimmste Zeit, danach wird es besser. In dieser Zeit, JETZT, schmeißt die Birke alles raus, was sie hat. Aber nach zwei bis drei Wochen geht ihr langsam die Munition aus. Von Anfang bis Mitte Mai wird die Pollenpest deshalb von Tag zu Tag weniger. Zwar treiben sich noch bis in den Juni hinein Pollen in der Luft herum und der Körper braucht eine gewisse Zeit, um sich von der Panik erholen. Doch ich bin mir sicher, dass wir schon ab Anfang Mai deutlich aufatmen werden. Erfahrungsgemäß sind warme Teile Deutschlands ein paar Tage schneller als wir hier in Norddeutschland. Frankfurt oder Süddeutschland zum Beispiel. Dieses Jahr stürmt das Rheinland voraus, wie ich schon geschrieben habe.

Meine Spekulationen stimmen in etwa überein mit der groben Langfrist-Prognose von Donnerwetter.de. Wer es genauer wissen will, kann bei Polleninfo.org das Jahresdurchschnittsdiagrammm von seiner Region aufrufen. Und die Daten zum diesjährigen Blühbeginn verraten einem, wie die Birke vor Ort dieses Jahr gestartet ist.

Auch hier nochmal der Hinweis: Der Link zur Blütezeit- Datenbank beim deutschen Wetterdienst scheint nicht richtig zu funktionieren. Falls Ihr Euch durchklicken müsst, hier der Aufbau der Seite: dwd.de, Klima und Umwelt, Phänologie, Daten und Produkte, Aktuelle Karten. (Ich verstehe es wirklich nicht!)

Endlich Daten zur Blütezeit der Birke

Wie lange wird die Pollenzeit dieses Jahr dauern? Wieviel haben wir schon hinter uns? Das fragt sich das leidende Heuschnupfenopfer regelmäßig in der Birkenzeit.

Wenn man die Birken vor der Tür genau beobachtet, bekommt man Hinweise zur aktuellen Blühsituation. Phänologie heißt das auf fachsprachig. Die Farbe und Größe der Trotteln verändern sich, Blätter kommen mit der Zeit hinzu. Aber Birkenpollen könnnen mehrere hundert Kilometer weit fliegen. Das heißt, man müsste permanent herumreisen, um sich ein Bild zu machen.

Das erledigt zum Glück der Deutsche Wetterdienst, wie ich eben herausgefunden habe. Hier gibt es eine Datenbank, die einem den Blühbeginn und das Blühende der Birke als hübsche Übersichtskarte darstellt. (Für andere Pflanzen übrigens auch.)

Man wählt die Pflanzenart und die Region und ab geht es. Zum Beispiel sieht man, dass die Birke dieses Jahr besonders früh im Rheinland angefangen hat, in der Umgebung von Leipzig und an der westlichen Grenze von Baden-Würtemberg. Dort wird es bestimmt auch als erstes zuende sein. Beneidenswert.

Anhand der Daten kann man die aktuelle Situation mit den Vorjahren vergleichen und daraus Hoffnungen ableiten. Naja, es ist ein bißchen besseres Kaffesatzlesen für Heuschnupfenopfer, aber was soll man sonst tun?

Zum Blüh-Ende der Birke in Niedersachsen 2008 steht dort übrigens noch: „Zur Zeit keine aktuellen Daten vorhanden“ AAhhhhh, Hilfe!!

Nachtrag: Der Link zur Blütezeit- Datenbank beim deutschen Wetterdienst scheint nicht immer zu funktionieren. Falls Ihr Euch durchklicken müsst,

hier findet ihr die Karte:

Deutscher Wetterdienst: Phänologie,

dann Daten und Produkte,

dann Aktuelle Karten.

Es ist soweit :-(

Es wird niemandem entgangen sein: Die SCHLIMME ZEIT hat begonnen. BirkenpollenallergikerInnen verschanzen sich in ihren Wohnungen, denn draussen ist die Luft durchsetzt von den widerlichen Peststäuben. Alle Pollenvorhersagen stehen auf rot, rot, rot! Und das auf Tage hinaus!!

Ich überlege mir dreimal, ob ich wirklich die Wohnung verlassen muss. Und selbst in der Wohnung bin ich nicht sicher. Irgendwie schaffen es die Pollen, durch irgendwelche Ritzen in die Wohnung zu dringen. Unsichtbar lauern sie dort (nur wo?) und verursachen juckende Augen und Schlimmeres. (Viel schlimmeres!!!)

Nun gut, es war zu erwarten. Mitte/ Ende April ist nun mal die schlimmste Birkenzeit. Mental war ich darauf eingestellt, dass auch dieses Jahr eine Zeit kommen würde, in der die Birke uns quält. Aber die vergleichsweise harmlose Birken-Vorsaison hat mich zu naiv- optimistisch gestimmt. Jetzt schlägt die Realität voll zu. Zwei Wochen wird der Terror voraussichtlich andauern. Erfahrungsgemäß können wir ab Anfang Mai/ Mitte Mai endlich etwas aufatmen, zumindest diejenigen unter uns, die nicht unter Ambrosia, Gräsern und ähnlichem leiden.

Immerhin scheint dieses Jahr die SCHLIMME ZEIT relativ kurz zu sein. Und wir sollten immer daran denken, dass wir schon längere und schlimmere Zeiten überlebt haben. Außerdem kann es immer noch einen Wetterumschwung geben. Zwar knallt die Sonne jetzt rücksichtlos vom Himmel, aber wer weiß? Es wurde auch schon manchmal Ende April wieder kalt und regnerisch. Mit ein paar Frühlingsunwettern wäre das alles viel erträglicher. Eigentlich habe ich es im Gefühl, ja ich bin mir fast sicher: Es WIRD Regen geben!! Haltet durch!!