Wie machen Pollen krank? Neue Erkenntnisse

In dem Artikel Birkenpollenallergene hab ich beschrieben, dass Pollenallergie biochemisch eine komplexe Angelegenheit ist. Jetzt gibt es neuste Erkenntnisse, die das Ganze noch verwirrender machen.

In der Polle gibt es allergene Substanzen, auf die wir reagieren. Wie wir wissen, sind dies unterschiedliche Stoffe und jeder und jede reagiert ein bißchen anders auf die einzelnen Allergene. Nun hat man herausgefunden, dass eine Polle zusätzlich auch scheinbar harmlose, aber entzündungsfördernde Stoffe enthält, die das Ganze erst so richtig schlimm machen.

Bisher hat man bei der Desensibilisierung den ganzen Pollen benutzt und möglicherweise wird sie wirksamer, wenn sie nur die Allergene enthält.

Also noch ein Faktor, den man berücksichtigen muss. Meine Theorie ist, dass es in manchen Jahren weniger schlimm ist und in anderen schlimmer, weil die Zusammensetzung der Pollen vielleicht jedes Mal ein bißchen anders ist.

 

 

 

 

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Menschenexperimente mit Gefahrengut: Heilung durch Äpfel?

Äpfel sind todbringendes Teufelszeug. Das weiss jedeR, der/die auf Birkenpollen reagiert. Der Hals schwillt zu und man erstickt qualvoll. Oder aber es setzen noch Stunden später schlimme Bauchkrämpfe ein.

Quelle Wikipedia

Quelle Wikipedia

Der BUND ist nun der Meinung, dass alte Apfelsorten besser seien und auch für uns essbar. Schon seit einigen Jahren sammeln sie Hinweise von AllergikerInnen, welche Apfelsorten besonders gefährlich sind. Zum Beispiel scheint der Golden Delicius ein wahrer Killer zu sein. Besser verträglich dagegen sind Sorten wie zum Beispiel AlkmeneGoldparmäne (HÄ??) oder Boskop. Ihr findet die Liste auf der Seite des BUND, unten, runterscrollen bis Sortenliste.

Das, was den Apfel unattraktiv und säuerlich macht, Polyphenole, sorgt anscheinend gleichzeitig dafür, dass der Apfel besser zu vertragen ist.

Der BUND geht in seiner Lobpreisung traditioneller Äpfel noch weiter und spricht von Heilungschancen. Weiterlesen

„Kampf den Allergien“ Doku

Bei Spon ist n kleines dokumentarisches Filmchen über Allergien zu sehen, 18 Minuten lang. Natürlich gibt es eine Rahmengeschichte mit leidenden Hauptpersonen, dazwischen berichtet der Film über den aktuellen Stand der Forschung. Das meiste ist dem/der aufmerksamen PollenblickleserIn bekannt.

Neu war für mich die Idee, dass unbehandelte Rohmich genauso schützt wie ein ganzer Bauernhof. Und dass Allergien durch Teppichverlegen entstehen können. ….also wenn die schwangere Frau Teppich verlegt.
Herrausragend ist der Film dahingehend, dass man die sagenumwobenen POLLENKAMMERN sehen kann. Forscher sperren Menschen in Kammern, die dann mit Pollen verpestet werden. Gruselig.

Wie ist das ethisch zu vertreten? Ich dachte, jede Exposition verstärkt die Allergie?

Folgerichtig haben anscheinend alle beteiligten Ärtzte in dem Film Augenringe. Ihr Gewissen lässt sie wohl kaum schlafen. Schaut es Euch an…

 

Neue Spritze, gute Aussichten!

Neuerdings geistern Artikel durch das Internet, dass es eine neuen, hochwirksamen Wirkstoff für die Hyposensibilisierung gegen Allergien gebe. Tom erwähnte in seinem Kommentar auch einen Artikel bei Geo. Ich habe mal versucht, die Daten für Euch zusammenzutragen. Da war so ein Artikel im Focus….

Anscheinend hat dieser neue Wirkstoff Ende Februar 2013 auf einer Allergologenkonferenz in den USA für Aufsehen gesorgt. Es ist ein künstlich hergestellter Stoff, der laut Studie eine Katzenhaarallergie mit vier Spritzen innerhalb von drei Monaten heilen kann. Das ist sensationell. Sonst dauern Hyposensibilisierungen etwa drei Jahre und es sind sehr viele Spritzen notwendig. Weiterlesen

Jenseits von Loratadin und Cetirizin

Loratadin und Cetirizin sind freiverkäufliche, relativ kostengünstige Medikamente, die allergische Reaktionen unterdrücken (Antihistaminika). Dass sie leicht zu bekommen sind, ist wohl der Grund, warum sie so verbreitet sind.

In meinem Artikel  zu den beiden Wirkstoffen habe

Lachen ohne Pollen

Foto: Wikipedia Shankbone. CC BY-SA 3.0

ich darauf hingewiesen, dass es Unterschiede zwischen den beiden gibt, z. B. in den Nebenwirkungen. Also nicht einfach schlucken, sondern nachdenken und sich umhören.

Konsequenterweise sollte man dann auch weiterdenken. Statt Jahr für Jahr trotz Tabletten unter der Pollenpest zu leiden, lohnt es sich, andere Wirkstoffe auszuprobieren.

Alexander erwähnte in seinem Kommentar zum Beispiel Desloratadin und Levocetericin. (Danke dafür!) Weiterlesen

Loratadin oder Cetirizin— nicht egal!!!

Die Antihistaminka der sogenannten neueren Generation, Loratadin und Cetirizin, haben weniger Nebenwirkungen als die früheren. Sie haben deshalb beide einen guten Ruf.

Aber kaum jemand weiß, dass es nicht egal ist, welches der beiden man einnimmt. Unterschiede in der Wirkungsweise und in den Nebenwirkungen beschreibt die Pharmazeutische Zeitung genauer. So sollte der Arzt zunächst Loratadin empfehlen, da es nicht oder fast nicht müde macht. Cetirizin dagegen wirkt zwar besser bei Hautproblemen, aber macht schläfrig und dämpft die Motivation (!!!). Zwei Stunden nach der Einnahme soll das eintreten. Auch die Fahrtüchtigkeit ist dann beeinträchtigt.

Warum sagt einem das keiner?? Ich möchte gerne wach und motiviert bleiben, sofern ich es vorher war!

Edit: Mehr dazu und zu Alternativen in dem Artikel Jenseits von Loratadin und Cetirizin.

Wie Allergien entstehen

Wir können kein Adenosin wahrnehmen. Diese Substanz kommt im Pollenstoffwechsel (so etwas gibt es?!) vor und signalisiert dem Körper normalerweise, dass die Polle harmlos ist. So toleriert der Körper die Polle. Bei einer Allergie nimmt der Körper das Adenosin nicht wahr und schwupps, haben wir die Alarmbereitschaft, die wir so gut kennen.

Herausgefunden hat das Claudia Traidl-Hoffmann von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI). Quelle

Die neue Erkenntnis bringt vielleicht neue Behandlungsmöglichkeiten. Und bereitet der ewigen Diskriminierung und Banalisierung als „Befindlichkeitsstörungen“ womöglich ein Ende. NEIN, ich HABE als Kind im Dreck gespielt. Diese Rechtfertigung ist nun nicht mehr nötig. …hoffe ich