2016 ein Birken-Horrorjahr?

Jedes Frühjahr aufs Neue die bange Frage: Wird es diesmal ein schlimmes Birkenjahr?? Für 2016 hab ich bis jetzt ganz gute Hoffnung. Die Hasel startete so früh und hatte Schneeunterbrechungen. Da erwarte ich doch, dass die Birkenpest auch ruckzuck vorbei ist.

Oh, wie naiv! Welche Horrormeldung musste ich eben lesen?

Nach Einschätzung des PID wird die Belastung durch Birkenpollen im angegebenen Zeitraum in vielen Regionen Deutschlands deutlich stärker als in 2015 ausfallen. Die durch Birkenpollen ausgelösten Symptome werden bei den Birkenpollenallergikern (Heuschnupfen und/oder Pollenasthma) 2016 wahrscheinlich stärker als in 2015 sein.

PID = Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst

Aber es kommt noch schlimmer. Wir finden auf der Seite die vermutlichen Blüh-und Pest-Zeiträume. Danach soll die Birke schon zwischen dem 16ten (Süddeutschland) und dem 25sten März (Norddeutschland) in Deutschland starten. Hilfe!

Vom 25.03. bis 15.06.2016 Norddeutschland
Vom 20.03. bis 25.05.2016 Mittel- und Ostdeutschland
Vom 22.03. bis 10.06.2016 Westdeutschland
Vom 16.03. bis 02.06.2016 Süddeutschland

(PID)

Kann man das glauben? Wie sind die Vorhersage-Werte ermittelt?

auf der Grundlage der Wettersituation der vergangenen Monate, der voraussehbaren Wetterlage und auf der Grundlage des Pollenflugs der vergangenen 15 Jahre (PID)

Natürlich können wir ein paar Tage oder Wochen abziehen, weil messbare Pollen nicht immer empfundene Belastungen bedeuten. Die Länge der Pollenzeit kommt mir auch ein bißchen unglaubwürdig vor. Meiner Erfahrung nach ist es Anfang Mai gar nicht mehr schlimm. Sollte 2016 ein Birkenjahr Extended Version werden?

Schockierend.

Welche Hoffnung bleibt? Die botanischen Prognosen decken sich nicht immer mit unseren Erfahrungen. Großes Herumstäuben ist  nicht immer der schlimmste Fall. Die Pollen scheinen jedes Jahr anders allergen zu sein. In vermeindlich harmlosen Jahren tauchen manchmal fiese superallergene Potenzpollen auf, die alles töten wollen. Und es gab schon Pollenwolken, die schlimm aussahen, aber kaum etwas Böses taten. (Naja selten)

Außerdem könnte uns immer noch ein regnerisches Frühjahr retten. Die Feuchtigkeit macht eine Menge aus. Schlimm sind vor Allem diese supertrockenen Jahre.

Also bitte Daumendrücken JETZT.

Oder Flüge buchen.
Übrigens: Dass PollenallergikerInnen wohlwollend gegenüber Geflüchteten und Asylsuchenden sind, versteht sich von selbst, oder??

EDIT: Was muss ich lesen? Die Birkenpollen fliegen tatsächlich schon! Am 7.3.!! So früh hab ich es noch niemitgekriegt. Danke an Christine aus der Oberpfalz für den Hinweis!

 

 

 

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„Kampf den Allergien“ Doku

Bei Spon ist n kleines dokumentarisches Filmchen über Allergien zu sehen, 18 Minuten lang. Natürlich gibt es eine Rahmengeschichte mit leidenden Hauptpersonen, dazwischen berichtet der Film über den aktuellen Stand der Forschung. Das meiste ist dem/der aufmerksamen PollenblickleserIn bekannt.

Neu war für mich die Idee, dass unbehandelte Rohmich genauso schützt wie ein ganzer Bauernhof. Und dass Allergien durch Teppichverlegen entstehen können. ….also wenn die schwangere Frau Teppich verlegt.
Herrausragend ist der Film dahingehend, dass man die sagenumwobenen POLLENKAMMERN sehen kann. Forscher sperren Menschen in Kammern, die dann mit Pollen verpestet werden. Gruselig.

Wie ist das ethisch zu vertreten? Ich dachte, jede Exposition verstärkt die Allergie?

Folgerichtig haben anscheinend alle beteiligten Ärtzte in dem Film Augenringe. Ihr Gewissen lässt sie wohl kaum schlafen. Schaut es Euch an…

 

Die Suche nach dem Wundermittel

Menschenversuche haben Tradition bei Pollenblick. Wir nutzen Eure verzweifelte Situation aus und bekommen unterhaltsame Erlebnisberichte. Wir wollen nur Euer Bestes und das erfordert Einsatz.

Bei dem Birkenproblem gibt es noch keine gute Lösung. Die einzige akzeptable Lösung, nämlich alle Birken zu fällen, stößt leider auf Widerstand in der Öffentlichkeit. Deshalb hoffen wir natürlich zu Recht auf ein Wundermittel. Es könnte jederzeit entdeckt werden, vielleicht ist es ein ganz alltägliches Ding: Salz? Kopfstand? Vitamin D? Guter Sex?

Die Bereitschaft, alles auszuprobieren ist deshalb gar nicht so dumm.

Allerdings, wenn in den Kommentaren esoterische Ratschläge gegeben werden, wünsche ich mir manchmal dazu den Warnhinweis: Achtung, Esoterik. Besonders wenn es um Körperöffnungen geht, die normalerweise für andere Zwecke benutzt werden, und wenn dort Flüssigkeiten…… und damit meine ich nicht Nasendusche.

Heute habe ich für Euch etwas Feines ausgegraben und vielleicht seid Ihr verzweifelt genug, es auszuprobieren und freundlich genug, um hinterher hier in den Kommentaren zu berichten! Es kostet 3 Euro und heißt Hypnose. (Und nein, ich bekomme kein Geld für diese Werbung.)

Man kann bei der Milton Erickson Gesellschaft eine Audiodatei herunterladen. Es ist eigentlich nicht für Euch gedacht, sondern nur Lernmaterial für Hypnotherapeuten. Aber egal, vielleicht wirkt es trotzdem. Die Gesellschaft einen guten Ruf, immerhin.

Dass Hypnose bei Heuschnupfen hilft, ist nicht erwiesen. Wenn Ihr in die Wikipedia schaut, dann seht Ihr eine eindrucksvolle Liste, bei welchen Problemen der Nutzen von Hypnotherapie in Studien belegt wurde. Aber Heuschnupfen steht noch nicht in der Liste. NOCH!! Das wird sich ja wohl jetzt ändern, oder??? Ihr fühlt Euch schon ganz entspannt und denkt NICHT an die Birke, KEINE Birke!!! Die Luft ist rein und klar!!!

Ich bin sehr gespannt auf Eure Berichte in den Kommentaren und ich drücke die Daumen! Vielleicht muss man es mehrmals täglich anwenden? Dann habt Ihr gar keine Zeit rauszugehen und Pollen einzuatmen….

 

PS: Habt Ihr gesehen: In der Liste steht, man kann Hypnotherapie einsetzen gegen „abnorme Gewohnheiten“!! Also wirklich! Unverschämt! Ich möchte meine abnormen Gewohnheiten bitte behalten. Aber das kommt in der Heuschnupfenaudiodatei nicht vor. Ihr dürft so abnorm bleiben, wie Ihr wollt.

Besucherzahlen

Die Zahl der Besucherinnen und Besucher bei Pollenblick zeigt immer ganz gut, wann die Pollenbelastung gestiegen ist. Hier habt Ihr den Verlauf vom 8. März bis 2. April. Man sieht wie heftig es um den 29.3. herum losgegangen ist. Besucherzaheln ab Ende März stark angestiegen

Im zweiten Bild habt Ihr einen längeren Zeitraum, da sieht man den Unterschied noch deutlicher: Im Winter ist fast nichts los, aber Ende Februar beginnt das Leiden.Besucherzahlen steigen ab Ende Februar

Die Birkensituation

Auch wenn es bei manchen Vorhersagediensten noch nicht angekommen ist: Der Birkenpollenflug ist in vollem Gange.

Nach einem langen Winter ereilte uns letzte Woche explosionsartig die Birkenblüte.  Dr. Wachter spricht von „z.T. gewaltigen Pollenmengen“. Die Pest breitete sich innerhalb kürzester Zeit über ganz Deutschland aus. Normalerweise fängt es in Stuttgart/Freiburg  langsam an und erreicht Berlin und Hamburg mit einiger Verzögerung. Gestern sah ich aber hier in Hamburg schon einzelne voll aufgeblühte Birken.

Nach dem späten Blühbeginn stellt sich für viele die bange Frage, ob es nach der langen birkenlosen Zeit umso länger andauern wird, beziehungsweise umso schlimmer wird. Weiterlesen

Jenseits von Loratadin und Cetirizin

Loratadin und Cetirizin sind freiverkäufliche, relativ kostengünstige Medikamente, die allergische Reaktionen unterdrücken (Antihistaminika). Dass sie leicht zu bekommen sind, ist wohl der Grund, warum sie so verbreitet sind.

In meinem Artikel  zu den beiden Wirkstoffen habe

Lachen ohne Pollen

Foto: Wikipedia Shankbone. CC BY-SA 3.0

ich darauf hingewiesen, dass es Unterschiede zwischen den beiden gibt, z. B. in den Nebenwirkungen. Also nicht einfach schlucken, sondern nachdenken und sich umhören.

Konsequenterweise sollte man dann auch weiterdenken. Statt Jahr für Jahr trotz Tabletten unter der Pollenpest zu leiden, lohnt es sich, andere Wirkstoffe auszuprobieren.

Alexander erwähnte in seinem Kommentar zum Beispiel Desloratadin und Levocetericin. (Danke dafür!) Weiterlesen

Lesefutter: Was hilft denn nun?

„Hat jemand son elektrisches Gerät, das man sich in die Nase schiebt?“ fragt da jemand .

Foto: wikimedia.org

Wundermittel Mumiae: Lieber nicht!

Wer unter Heuschnupfen leidet, ist bereit, die merkwürdigsten Mittel auszuprobieren. Doch DAS Wundermittel gibt es nicht. Eindrucksvoll belegt das dieser dieser Thread: Schon über 9 Jahre,  über 26 Seiten hinweg, tauschen sich die User dieses Telefon(?!?)forums  darüber aus, was bei Heuschnupfen hilft. Sie kommen zu keinem Ergebnis.

Manch einer schwärmt von seiner Ernährungsumstellung, diskutiert die Vor- und Nachteile von Cortisonspritzen, empfiehlt Nasenduschen oder gar wundersame  Klingeltöne gegen Allergien. Meine Empfehlung lautet, es an düsteren Birkentagen zur Erheiterung zu lesen. Man ist lange damit beschäftigt. Oder gelingt es jemandem, eine Statistik daraus anzufertigen, welche Mittel besonders oft empfohlen werden?

Die Grenze zum Aberglauben ist schnell überschritten, wenn die Verzweiflung groß ist. Das wird demnächst ja wohl stark zunehmen. Weiterlesen