Pollenschutz im Alltag

Es läßt sich nicht mehr leugnen: Die Pollensaison ist in vollem Gang. Jetzt ist der oder die Heuschnüpfige froh, wenigstens in der Wohnung ein wenig Ruhe vor der Pollenpest zu haben. Für Desensibilisierungen ist schließlich die Saison vorbei und Tabletten helfen auch nicht immer. Ich habe im Laufe der Zeit verschiedene Sicherheitsregeln für DIE SCHLIMME ZEIT entwickelt, die ich Euch vorstellen möchte. Womöglich erscheinen sie etwas paranoid und aufwendig, aber der Effekt ist gewaltig. Und man gewöhnt sich schnell daran. Wie also gelangen Pollen in die Wohnung?

Die erste große Gefahr sind Jacken. Während der Pollenzeit dürfen keine Jacken in meine Wohnung. Ich habe das Glück, in einer Altbauwohnung zu wohnen, mit einem ehemaligen Etagenklo. Das ist eine kleine Abstellkammer im Treppenhaus, die ich zur Garderobe umfunktioniert habe. Jacken, Mäntel, Schals, Mützen, ja manchmal auch Taschen werden dort in sicherer Entfernung gelagert. Wer keine Lagerräume außerhalb der Wohnung hat, könnte versuchen, ob ein geschlossener Garderobenschrank hilft. (Ich vermute übrigens, dass  man auch an den Schuhen Pollen in die Wohnung trägt.)

Auch die restliche Kleidung, Hose Pullover, etc.  ist in ihrem Pollenpotential nicht zu unterschätzen. Ich benutze in der Pollenzeit zwei unterschiedliche Garnituren Kleidung: Draußen-Kleidung und Drinnen-Kleidung. Wenn ich nach hause kommen, wird sofort die Draußen-Kleidung ausgezogen und in eine Kiste im Badezimmer verpackt. Ich benutze dafür eine Plastik- Aufbewahrungskiste von Ikea, Samla,  die man bei Bedarf  luftdicht verschließen kann. Luftdicht verschlossene Kleindung tendiert leider dazu zu müffeln. Da muss man einen Kompromiss aus Wohlgeruch, Kleidungwaschen und Pollenbelästigung finden.

Ich selbst bin auch kontaminiert, wenn ich von draußen rein komme. In den Haaren oder auf der Haut kleben jede Menge Pollen- eine Dusche wirkt da Wunder. Spätestens vor dem Insbettgehen wasche ich die Haare. Das ist zu Recht der Klassiker unter den Pollenschutzratschlägen. Nichts ist schlimmer als ein verseuchter Kopfkissenbezug. Wichtig ist, dass Ihr auch wirklich Shampoo benutzt. Pollen sind ein klebriges, hartnäckiges Zeug, das mit einfachem Wasser nicht unbedingt aus den Haaren rausgeht. Es lohnt sich, nach einem gut verträglichen Haarwaschmittel zu suchen.
Edit: Und vergesst nicht Euren BettgenossInnen auch die Haare zu waschen. Macht doch eine romantische Angelegenheit daraus, die Variationsmöglichkeiten sind groß.

Meine Gäste kennen die Sicherheitsvorkehrungen im Frühjahr schon und bringen sich netterweise Wechselkleidung mit. Bevorzugt lade ich zu dieser Jahreszeit andere Pollenfeinde ein. Die hüpfen freiwillig nach ihrer Ankunft unter die Dusche. Und wer in mein Bett möchte, sollte Haarewaschen als ein romantisches Ritual verstehen.

Ein Großteil der Polllen kommt einfach aus dem Nichts und setzt sich heimlich in gewöhnlichem Staub und Dreck ab. Manchmal merke ich, dass Pollen da sind, aber kann die  Quelle nicht lokalisieren. Dann hilft ganz banales Staub- und Bodenwischen erstaunlich gut.  Das funktioniert auch, wenn das menschliche Auge keinen Dreck entdecken kann. Menschen mit Teppichboden haben natürlich ein Problem. Aus dem Nichts lassen sich auch Pollen im Bett nieder. Es ist also sinnvoll, häufiger den Bettbezug zu wechseln.

Dass die Fenster am besten geschlossen bleiben, brauche ich niemandem zu erzählen. Die Luft draußen soll zu bestimmten Uhrzeiten weniger Pollen enthalten, aber das konnte ich noch nicht richtig nachvollziehen. Dr. Wachterer behauptet auch, dass das nicht wissenschaftlich belegt sei:

Diese Aussage bezieht sich streng genommen nur auf Graspollen und auch
nur auf sonnige Tage mit geringen Windgeschwindigkeiten. Sie wurde und
wird immer wieder aus der Dissertation eines Studienkollegen (Fuckerieder 1976) verallgemeinernd zitiert.

Nicht lüften führt auf Dauer dazu, dass die Wohnung sich in ein stinkiges Loch verwandelt. Da sollte jedeR selbst wissen, wieviel Mief er oder sie für Pollenfreiheit in Kauf nimmt. 😉 Von manchen Seiten wird vor gesundheitlichen Schäden durch allzu abgeschlossene Wohnungensluft gewarnt. Irgendwelche Feinstäube, Pilze oder was-weiß-ich sollen in der Luft sein, wenn ein Haus gut isoliert ist.  Pollenschutzgitter sollen übrigens hilfeich sein, sie halten zumindest 80% der Pollen ab. Aber nicht alle Pollenarten werden gleich gut draußen gehalten.  Feine Pollen (Birke??) schlüpfen eher mal durch.

Trotz all dieser Bemühungen kommen immer wieder Pollen in die Wohnung. Eins ist klar: Pollensicheres Wohnen muss erst entwickelt werden. Wäre das nicht ein Thema für einen Architekturwettbewerb?

Falls Ihr andere Verhaltensmaßregeln für DIE SCHLIMME ZEIT habt, bin ich sehr gespannt darauf, sie zu hören.

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16 Antworten

  1. Also bei mir reicht kurz abduschen ohne Shampoo meistens auch. Aber wenns ganz schlimm wird stell ich mich auch stundenlang unter die Dusche und würde am liebsten gleich da einschlafen.

  2. So wie Benni es geschrieben hat geht es mir auch. Am liebsten den ganzen Tag unter der Dusche verbringen. Oder im Hallenbad in der Dampfsauna.

    Ergänzend zu dem Beitrag gibt es gute Tipps und übersichtlich auf dieser Seite:

    http://heuschnupfen-tipps.de/tipps.html

  3. @Dennis: Ja, Hallenbad ist super, aber der Weg dahin bedeutet ja meistens Pollenattacke.

  4. Die Attacke nehme ich gern in Kauf wenn ich einen Ganzen Tag (Früh bis Spät abends) im Hallenbad verbringe und meine ruhe habe :). Außerdem habe ich ein Auto mit Pollenfilter 😀

  5. Ahso, klingt gut. Bei mir ist das Hallenbad in Fahrradnähe, 5-10 Min.,und eher sportiv gestaltet. Da denkt frau schon mal drüber nach, ob es zuhause nicht schöner ist. 😉

  6. Alternativ vielleicht eine Höhlentherapie im Harz? Ob man die Höhlen anmieten kann, gibts da DSL?
    http://www.bad-grund-harz.de/eisensteinstollen.html

  7. Höhlentherapie, klingt gut… in Berchtesgaden gibt es ne Salzhöle als Luftkurort.

    DSL in ner Höhle… sehr geil 😀

  8. Hm,
    auf lange Sicht wohl eher eine Kolonie als eine Therapie. Wenn aufgrund des Klimawandels die Pollenzeit immer länger wird und das Leben auf der Erde unerträglich, muss man sich Alternativen zuwenden. Interessant ist die Frage, ob im Laufe der Zeit die gesamte Menschheit nach und nach Heuschnupfen entwickelt und zu uns stößt, oder ob es mit der Zeit zwei genetisch voneinenander abweichende Menschenarten gäbe?

  9. Habe so eine „Salztherapie“ mal an der Nordsee gemacht. War nicht wirklich ein Vergnügen ständig in dieser Salzsauna rumzusitzen aber es hat geholfen. Ansonsten gibt es noch ein ganz gutes Hausmittel: Honig. Honig aus der Region hilft einem sich schrittweise zu immunisieren, wobei ich nicht weiß wie sehr das hilft wenn man stark allergisch ist…

  10. Das mit dem Honig sehe ich eher skeptisch. Aber eine Salztherapie ist ein vesuch wert. Habe schon viel gutes darüber gehört.

    Es gibt auch Salzhöhlen bei denen man dann eine Luftkur machen kann. Leider habe ich grade keinen guten Link parat.

  11. Es gibt verschiedene Salzöhlen im In-und Ausland. Zum Teil sind die wohl künstlich gebaut (?) z B http://www.ske-reisen.de/piestany_die_salzhoehle.html

    Hm, vielleicht einen der unbenutzten Stollen im Untergund von Berlin mieten und einen pollenfreien Erholungsraum schaffen?

  12. Pollenfreien erholungsraum… das wäre mal was!

    Wobei so ein kompletten Tag in einem guten Hallenbad auch schon viel wert ist.

  13. Warum sind Menschen überhaupt so Pollen anfällig? Die Natur hat für (fast) alles eine Lösung – nur dafür nicht? Verdammt !!

  14. […] man bleibt zuhause und verrammelt Fenster und Türen. Das ist natürlich die eleganteste Lösung, die aber von der Umgebung so ungnädig aufgenommen wird. […]

  15. […] Krankheitsgefühl, das ich sonst in der Birkenzeit kenne. Ich halte aber auch streng alle Pollensicherheitsvorkehrungen ein, seit Ende März […]

  16. Apropos Bett und da legen sich immer irgendwie Pollen drauf: Wäre nicht da ein zusätzlicher Schonüberzug tagsüber zu überlegen?

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