Artedokumentation

Eine Dokumentation von Arte über Pollen (via DWD). Etwas oberflächlich und dümmlich, aber ein paar interessante Bilder von Pollenfallen.

Man sieht einen unserer Helden: Einen Sofortmelder (mit Sofortmelderhelm), der für den DWD die so wichtgen Blütezeiten dokumentiert. DANKE dafür!!!

Die Pollenfallen erschreckend steinzeitlich.

Kurz erwähnt wird, dass Pollen einen unterschiedlichen Gehalt an Allergenen haben können. Darüber kommt dann aber im weiteren Verlauf NICHTS mehr.

Schreckliche Szenen mit Pollenkammern. (Meines Wissens führt der Kontakt mit Allergenen zu einer Verschlimmerung, wird hier völlig ignoriert).

Vollkommen unkritisch dargestellt diese komsiche App Pollentagebuch, bei dem wir unsere Daten eingeben sollen, aber selber als Privatperson nicht an Daten rankommen. (Und im Gegenzug bekommen wir ne Prognose dessen, was wir eh schon wissen- auf was wir wohl reagieren.)

Ärgerlich, wie oberflächlich das abgehandelt wird, auch mit so albern-neckischen ModeratorInnen. Aber kann man sich trotzdem angucken, allein schon wegen des Sofortmelder-Helden.

 

Pollen töten

Wir wussten es schon immer, aber auf uns hört ja keiner: Pollen sind ein totaler Stress für den gesamten Organismus. Jetzt hat eine kanadische Studie herausgefunden, dass Pollenbelastung Herzinfarkte auslösen kann!

Nein, es gab HINWEISE,  MÖGLICHERWEISE können sie es.

Das Myokardrisiko war besonders an Tagen mit vermehrtem Pollenflug erhöht. Dabei stieg mit der Pollenkonzentration in der Luft auch die Herzinfarktrate linear an.

Wir bleiben GANZ ruhig, wir atmen tief durch. Schmetterlinge. Blümchen. Es sind kanadische Pollen. Unsere europäischen Pollen sind gar nicht so gefährlich.

Klickt lieber nicht hier: Der Artikel in der Ärztezeitung

Ich weiss auch nicht, was das bedeutet und ich werde es nicht nachschlagen:

…dass sowohl ein akuter Koronarspasmus als auch eine Plaqueruptur ausgelöst werden kann…

Die Studie war nicht ganz sauber durchgeführt, weil man nicht wusste, ob die PatientInnen AllergikerInnen waren oder nicht…

Bestimmt ist das alles Humbug. Euer Körper kennt die Pollen ja schon von letztem Jahr und Ihr werdet es alles ganz ruhig und souverän überstehen, nicht wahr??

„Kampf den Allergien“ Doku

Bei Spon ist n kleines dokumentarisches Filmchen über Allergien zu sehen, 18 Minuten lang. Natürlich gibt es eine Rahmengeschichte mit leidenden Hauptpersonen, dazwischen berichtet der Film über den aktuellen Stand der Forschung. Das meiste ist dem/der aufmerksamen PollenblickleserIn bekannt.

Neu war für mich die Idee, dass unbehandelte Rohmich genauso schützt wie ein ganzer Bauernhof. Und dass Allergien durch Teppichverlegen entstehen können. ….also wenn die schwangere Frau Teppich verlegt.
Herrausragend ist der Film dahingehend, dass man die sagenumwobenen POLLENKAMMERN sehen kann. Forscher sperren Menschen in Kammern, die dann mit Pollen verpestet werden. Gruselig.

Wie ist das ethisch zu vertreten? Ich dachte, jede Exposition verstärkt die Allergie?

Folgerichtig haben anscheinend alle beteiligten Ärtzte in dem Film Augenringe. Ihr Gewissen lässt sie wohl kaum schlafen. Schaut es Euch an…

 

Ein Lacher

Selbst in den düstersten Zeiten gibt es doch immer wieder was zu Lachen. Normalerweise rege ich mich ja auf über die weltfremden Versuche von Journaisten, schlaue Ratschläge zu Heuschnupfen zu geben. Da kommt dann sowas wie: Meiden Sie das Allergen. *seufz*

Aber wirklich lachen musste ich letztens über diesen rührenden Satz bei Spiegel online:

Für Haselnussallergiker hat der Polleninformationsdienst gute Nachrichten: Die Saison sei, insbesondere im Süden, fast vollständig beendet.

 

Gnihihihi! Ich werde es mir merken und atme schon fast befreit auf.

Und Ihr so?

 

 

PS: Positiv anzumerken ist die korrekte Bezeichnung „Heuschnupfengeplagte“, die vollkommen pollenblickkonform ist. Brav!

Ein Verzicht auf reißerisch schlimme Pollenbilder war allerdings nicht drin.

 

Mastjahr, gibt es das wirklich?

Regen statt Birkenmast!!!!!

Foto: Tomasz Sienicki

Immer wieder werden wir in Panik versetzt, dieses Jahr sei nun ein ganz besonders schlimmes Birkenjahr, ein Mastjahr. Es heißt, die Birke blühe alle zwei Jahre besonders heftig. Das wäre dann zu den geraden Jahreszahlen, 2010 und 2012 der Fall. Aber oft kam es dann doch nicht so schlimm. Langsam hören wir nicht mehr auf diese Unkenrufe.

Fest steht, den Begriff Mast gibt es und er hat was mit Bäumen zu tun. Laut Wikipedia ist es Jäger- und Förstersprache und wird normalerweise für Kastanien und Buchen etc. verwendet. Fette Fruchterträge alle sechs bis zehn Jahre sorgten dafür, dass die Haustiere, die man früher in den Wald getrieben hat, quasi gemästet wurden.

Dann aber in Bezug auf die Birke zu behauptetn, alle zwei Jahre wird es schlimm, klingt doch sehr simpel. Der Förster, Axel Dinger, stellt das etwas differenzierter dar und klingt für mich glaubwürdiger: (vorsicht Pollenbild!!!) :

Die Birke habe ungefähr einen Zweijahresrhythmus, sagt er. Was aber ist ein ungefährer Zweijahresrhythmus? Ist das noch ein Rhythmus, ist das berechenbar? Jedenfalls nicht so vorhersehbar, wie uns überall suggeriert wird.

Er unterscheidet verschiedene Stufen von Mast:

„Bei der Sprengmast blühen 30 bis 40 Prozent, bei einer Halbmast 31 bis 70 Prozent und bei der Vollmast über 70 Prozent der Bäume“

Zwischen 30 und 70% sind für mich ein Riesenunterschied. Ich wusste auch nicht, dass es schon Mast ist, wenn die Birken zu 30% blühen. Ich sehe mich im April von blühenden Birken umzingelt. Weiterlesen

Krasser Paradigmenwechsel

Liebe Pollenfeind-Gemeinde!

Autoabgase verursachen Allergien?

Seit 2008 rufen wir nun zur Birkenverbrennung und- zerstückelung auf. Das ist sicherlich eine vernünftige Lösung zur Allergenvermeidung. Doch es zeichnet sich immer mehr ab, dass das wahre Problem woanders liegt.  Richtig aggressiv und allergieauslösend werden die Birkenpollen erst durch Abgase, durch eine chemische Reaktion in der Luft. Ozon und Stickoxide sind das Problem. In ihrer Urform sind die Birkenpollen vielleicht ja gar nicht so schlimm.

Der Klimawandel,  den die Luftverschmutzung verstärkt, verschlimmert das Pollenproblem auch noch: Die Blütezeit aller möglichen Pflanzen verlängert sich durch das wärmere Klima. So haben wir fast das ganze Jahr über einen lustigen Pollencocktail in der Luft, statt im Winter mal entspannt durchatmen zu können. Und die Birken produzieren außerdem insgesamt mehr Pollen. Der erhöhte Kohlendioxidgehalt der Luft regt sie dazu an. Weiterlesen

Positiver Aspekt

Diese Birkensache ist großer Mist. Aber immerhin sind wir vor schlimmen Gesundheitsrisiken  geschützt! Dieser Bericht warnt vor den Gefahren der Ostersonne. Die kann Hautkrebs verursachen!! Weißen und schwarzen Hautkrebs, das ist sehr gefährlich! Und Sonnenbrand. Ein Glück, dass wir nicht sofort in jeden Sonnenstrahl rennen, sondern erstmal vorsichtig schnuppern, ob die Luft rein ist.

Andererseits haben wir ja gehofft, dass Ostern birkenpollenfrei wird…..

Beim DWD-Pollenflug ist die Karte immerhin schon (? zunächst noch? weiterhin?) gedämpftrot, statt knallrot. Also mäßig bis stark statt stark. Schön-schön!