Hormonähnliche Substanzen

Tagesschau.de berichtete vor einiger Zeit über eine Studie zu Mineralwasser in PET-Flaschen. Die Flaschen geben Stoffe ab, die wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen wirken. Die Höhe der Belastung hat alle Befürchtungen der Forschenden übertroffen. Professor Dr. Oehlmann macht deutlich, warum die Erkenntnisse so brisant sind:

„Wenn sich herausstellt, dass das Auslaugen aus Kunststoffverpackungen ein generelles Phänomen ist, würde dies bedeuten, dass nahezu die gesamte Bandbreite unserer Lebensmittel hormonell belastet ist.“

Was für Auswirkungen diese Belastung auf den menschlichen Körper hat,  ist anscheinend nicht recht erforscht. Es handelt sich ja um einen Cocktail unterschiedlicher, zum Teil unindentifizierter Stoffe. Ich habe da noch weniger Ahnung als die Ökotoxikologen, möchte aber mal folgendes Fundstück in die Diskussion werfen:

Estrogene haben auch eine stimulierende Wirkung auf das Immunsystem, so dass Estrogentherapien gelegentlich als Nebenwirkung die Aktivierung latenter Autoimmunerkrankungen haben. (Wikipedia)

Wenn Östrogene stimulierend auf das Immunsystem wirken, kann man dann sicher sein, dass hormonähnliche Substanzen keine Allergien auslösen?? Bedeutet Allergie nicht, dass das Immunsystem überstimuliert ist?  Wir sind schließlich auf der Suche nach den Ursachen dafür, dass ausgerechnet in den Industrieländern in den letzten Jahrzehnten die Häufigkeit von Allergien und Autoimmunerkrankungen stark angestiegen ist. Es klingt für mich wie eine plausible Verschwörungstheorie Erklärung.

In meinem medizinischem Halbwissen ist übrigens auch ein Zusammenhang zwischen zwischen Östrogenen und der Entstehung  von Brustkrebs gespeichert.

Und dann gibt es noch die  Ergebnisse von Tierversuchen, die Professor Dr. Ibrahim Chahoud aufzählt. Nicht sehr beruhigend:

Abnahme der Fruchtbarkeit, verzögerter oder verfrühter Eintritt der Pubertät und Verhaltensstörungen bei Jungtieren, die im Mutterleib der Substanz ausgesetzt waren.

Verhaltensstörungen kriege ich auch. Wenn ich nämlich darüber nachdenke , dass ich zwar PET-Flaschen und Plastikverpackungen mit Mühe und Not vermeiden könnte,  aber in den Herstellungsprozeß und die Lagerung unserer Lebensmittel keinen Einblick habe. Aber selbst bei Mineralwasser, bei dem die Belastung nun belegt ist, sehen das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) und der Verband der Deutschen Mineralbrunnen keinen Handlungsbedarf.

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