Ambrosia

Ambrosia ist ein wahres Horrorkraut, eingewandert aus Nordamerika, das schon beim Hingucken Allergien erzeugt. Das blüht jetzt!!!!!

Gefährlich ist es vor allem für die Krankenkassen, denn bislang unbehelligte Menschen verwandeln sich in asthmatisch keuchende und arztkonsultierende HeuschnüpflerInnnen. In anderen europäischen Länder konnte man den rasanten Kostenanstieg durch die Ausbreitung des widerlichen Krauts bereits beobachten.

Das einzig Gute an Ambrosia ist, dass sich alle einig sind, es auszurotten. Bei der Birke sind wir noch nicht so weit. Aber die ist ja auch keine Ausländerin, sondern ein guter, deutscher Traditionsbaum.

Die Angst der Krankenkassen kollidiert leider mit dem ökonomischen Interesse der Vogelfutterindustrie. Die möchten ihr Vogelfutter so weiterverkaufen wie bisher, nämlich mit Ambrosiasamen drin. Rausmachen ist teuer. Ein Gesetz dazu könnte man verabschieden, hat die Schweiz ja auch. Aber für unsere Regierung ist das nicht so einfach. Man kann das nicht mal eben so innerhalb von zwei Jahren aus dem Ärmel zu schütteln. Vor allen Dingen, wenn dabei Vogelfutterunternehmer geschädigt werden.

Hm. Vielleicht könnten die Vogelfutterunternehmen einfach eine kleine Abgabe an die Krankenkasse zahlen, dann wäre das Problem gelöst.

In Berlin hat man eine andere Lösung für das Problem gefunden: Man setzt Ein-Euro-Jobber als Ambrosia-Beseitiger ein. (hier auch: Link)

Ein-Euro-Jobs sind ja dafür bekannt, dass sie Menschen in den Arbeitsmarkt integrieren und qualifizierend wirken. (Dass die Jobber in der Arbeitslosenstatistik nicht mehr auftauchen, ist ein angenehmer Nebeneffekt.) Bei solchen gefährlichen Arbeiten ist es von Vorteil, dass Ein-Euro-Jobs durch keine lästigen Arbeitsverträge, Arbeitnehmerschutz, Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle, etc, geregelt sind. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass sie die Arbeiten nicht ablehnen dürfen. Sollte man nicht über den Einsatz von Ein-Euro-Jobbern bei Atommülltransporten nachdenken? Das könnte doch enorm Kosten sparen!

Ein-Euro-Jobs sollen ja zusätzliche Arbeitsplätze sein, Arbeit, die sonst niemand machen würde. Da frage ich mich warum ein Ambrosiabeseitiger, ein Mensch, der potentiell Tausende Menschen vor schrecklichen Leiden schützt, ein zusätzlicher Arbeiter ist, während beispielsweise Werbedesigner, die unsere Umwelt mit häßlichen, frauenfeindlichen Plakaten verpesten, gut bezahlt sind und in großer Zahl auftreten? Läuft da nicht irgendetwas falsch?

Anhand von Ambrosia wird übrigens wieder das Problem des Privateigentums deutlich: In Berlin kann man viele Ambrosia- Pflanzen über Zäune hinweg besichtigen, darf sie aber nicht beschädigen. Betreten verboten!

Wenn du selber Ambrosiadetektiv im Hinterhof spielen möchtest, kannst du dir bei Ambrosia.de eine Broschüre herunterladen und ausdrucken (dort: Ambrosia- Pflanze/ Ambrosia erkennen) . Die Broschüre zeichnet sich durch gute erkennungsdienstliche Fotos aus. Verwechseln kannst du Ambrosia höchstens mit folgenden Pflanzen: Weißer Gänsefuß und Beifuß. Meine Meinung dazu: Im Zweifelsfall gegen die Angeklagte.

Schutzmaßnahmen dabei nicht vergessen! Wenn du grad keinen Ein-Euro-Jobber zur Hand hast, setz eine Schutzmaske auf und benutze Handschuhe. Aber nicht in den Kompost werfen! Das wäre dumm: Kompost wird Blumenerde, Blumenerde hast du nächstes Jahr in deinem Balkonkasten— oder die Nachbarin. Ein Triumpf für Ambrosia.

Update: Die traditionellen Medien scheinen es ganz normal zu finden, dass Ein-Euro-Jobber zur Amborsiavernichtung eingesetzt werden. Nur im Blog von Moppelkotzer hab ich angemesssene Bestürzung darüber gefunden.

Updates: Weitere Ambrosiaberichte: Ambrosiabericht, Marek,

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3 Antworten

  1. guter Beitrag von Kettensägenmarie, den ich wie folgt ergänzen möchte:

    für die Ordnungsbehörden ist es durchaus auch jetzt bereits möglich, Privatgrund auch ohne Einwilligung des Eigentümers zu betreten mittels eines sog. „Gefahrenerforschunseingriffs“. Voraussetzung ist nur, dass man von der Grundstücksgrenze ausgehend aktuelle Anhaltspunkte dafür hat, dass auf dem Grundstück Ambrosiapopulationen vorhanden sind. Falls sich das dann bestätigt, kann die Behörde die Pflanzen beseitigen. Eine Kostenerstattungspflicht des Eigentümers wäre dann möglich, wenn ein Gesetz verabschiedet würde wie in der Schweiz, das den Eigentümer verpflichtet, generell sein Grundstück frei von Ambrosia zu halten. Wenn er dann nichts macht, ist er polizeirechtlich sog. Zustandsstörer und zur Erstattung von Beseitigungskosten verpflichtet.

    Wenn man Bestände von der Grundstücksgrenze aus sieht, kann man also bereits jetzt die Polizei rufen und der Polizei Druck machen, dass da konkret schnell was passiert. Deren grundsätzlich vorhandenes Ermessen könnte je nach Größe des Bestandes durchaus auch auf 0 reduziert sein im Sinne eines Zwangs zum sofortigen Einschreiten; immerhin ist die Polizei zur Abwendung konkreter Gefahren für die Gesundheit der Bürger verpflichtet. Zumindest im August bis Oktober ist die durch den Ambrosiabestand ausgehende Gefahr akut. Kann man ja mal ausprobieren und die Polizei rufen;

    Falls dann die Polizei nichts macht und einem auch noch blöde kommt, was ja fast zu erwarten ist: Dienstaufsichtsbeschwerde; wenn man das in ein und demselben Fall öfters wiederholt, beschäftigt sich immer die nächsthöhere Instanz damit. Irgendwann passiert dann auf jeden Fall was im erwünschten Sinne.

    Anders wirds wohl nicht gehen, da die EU offenbar unfähig ist, eine Futtermittelgesetznovelle durchzuziehen und sich Ambrosia über verunreingtes Vogelfutter immer weiter verbreitet.

  2. Danke für die Ergänzungen! Eine interessante Idee für einen nützlichen Einsatz unserer OrdnungshüterInnen. 😉 Schwierig für Otto- Normal-Kettensägenmarie ist es wahrscheinlich, Ambrosia überhaupt zu erkennnen.

  3. […] dringend landesweit ausgerupft werden, aber niemand organisiert das. das hatte ich ja schon mal erwähnt. Wenn z. B. Banken oder die Automobilindustrie bedroht wären, statt nur sowas Unwichtiges wie […]

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