In vielen Regionen Deutschlands werden Ende April jede Menge Birken getötet. Es gibt nämlich die Tradition, am ersten Mai auf dem Dorfplatz um tote, geschmückte Birken zu tanzen. Außerdem stellt man sich gerne gegenseitig kleine Birken vor die Haustür. Das gilt als Liebesbeweis. “Klein” heißt dabei 4 m hoch, also schon ernstzunehmende Pollenverbreiter.
Wenn jedes Jahr scharenweise Verliebte in den Wald rennen und Birken abholzen, kann man das als effektive Regulation des Pollenaufkommens begreifen. Dieser Brauch wird heutzutage viel zu wenig gepflegt und wir sehen ja, was wir davon haben! Pollenpest! Pflegt doch die Tradition! Ob Ihr den Baum als Fruchtbarkeitssymbol seht, weil er so schön und so früh grünt und blüht (würg) oder ob Ihr einfach das nahe Ende der Pollenzeit feiern möchtet, ist völlig egal. Es zählt das Resultat.
Lobend erwähnen möchte ich Küchenserver, der schon im Januar Birkenmordpläne hegte, — und das als Großstadtmensch! Ich hoffe, er hatte Erfolg. Wer Angst hat, vom Förster erwischt zu werden, kann sich einfach beim Maibaumtaxi einen Baum bestellen.
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Nunja, die Pläne wurden aber ad acta gelegt, eben weil die Pollenbelastung für die Beschenkte zu groß gewesen wäre. Und was ist schlimmer, als eine Pollenschleuder vorm Fenster zu haben?
Ui, ja! Das ist ein Argument!