Auch ultrasensitive Menschen brauchen Waschmittel

Waschmittel für allergiegeplagte Menschen, ohne Parfümstoffe,  Konservierungsmittel oder Farbstoffe, kannte ich bis jetzt nur aus der „Lohas“ecke. Zum Beispiel  das Baukastensystem von Spinnrad oder die gute alte Waschnuss. Jetzt hat es auch das Mainstreamkaufregal erreicht. Zum Beispiel bei DM. Die Hausmarke Denk Mit gibt es in „ultra- sensitiv“.  Eine Googlesuche zeigt, dass es mindestens noch zwei andere Hersteller gibt, die uns als Konsumentengruppe entdeckt hat. Das Wortkonstrukt „ultra-sensitiv“ gefällt mir irgendwie. Vielleicht nenne ich mich ab jetzt auch so.  „Allergisch“ klingt doch blöd. Irgendwie krank.

Waschmittel ohne Parfümstoffe hab ich noch nicht ausprobiert. Ist es nicht der Sinn von Waschmitteln, Wäsche schön duften zu lassen?  Andererseits verfolgt mich die naive Vorstellung, Einkaufen bei DM unterstütze Götz Werner und  bringe so die BGE- Bewegung voran. Ein Grundeinkommen täte auch der Hobby-Pollenforschung  gut, wir könnten mehr  Dr. Wachters gebrauchen!

Berlin: Akupunktur gegen Allergien

Wer in Berlin wohnt und wissen möchte, ob Akupunktur gegen Allergien hilft, sollte sich an Frau Dr. Schäper in der Calvinstraße wenden. Als Allgemeinärztin mit Weiterbildungen und bietet sie die Nadelarbeit  seit einiger Zeit zusätzlich an. Sie sagt, dass es in 80% der Fälle helfe. Bei manche reiche eine Behandlung, andere müssten alle zwei Wochen wiederkommen.

Dass Akupunktur gegen Heuschnupfensymptome helfen soll, habe ich schon häufiger gehört. Das Branchenbuch ist voll mit seriösen und unseriösen Anbietern. Frau Dr. Schäper erwähne ich, weil ich den Eindruck habe, dass hier auch Menschen mit kleinem oder winzigem Geldbeutel Hilfe bekommen. Wenn jemand es mal ausprobiert und in den Kommentaren davon berichtet, würde ich mich freuen. Ich kann es im Moment nicht selbst tun, weil ich gerade keine Symptome habe.

Hormonähnliche Substanzen

Tagesschau.de berichtete vor einiger Zeit über eine Studie zu Mineralwasser in PET-Flaschen. Die Flaschen geben Stoffe ab, die wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen wirken. Die Höhe der Belastung hat alle Befürchtungen der Forschenden übertroffen. Professor Dr. Oehlmann macht deutlich, warum die Erkenntnisse so brisant sind:

„Wenn sich herausstellt, dass das Auslaugen aus Kunststoffverpackungen ein generelles Phänomen ist, würde dies bedeuten, dass nahezu die gesamte Bandbreite unserer Lebensmittel hormonell belastet ist.“

Was für Auswirkungen diese Belastung auf den menschlichen Körper hat,  ist anscheinend nicht recht erforscht. Es handelt sich ja um einen Cocktail unterschiedlicher, zum Teil unindentifizierter Stoffe. Ich habe da noch weniger Ahnung als die Ökotoxikologen, möchte aber mal folgendes Fundstück in die Diskussion werfen:

Estrogene haben auch eine stimulierende Wirkung auf das Immunsystem, so dass Estrogentherapien gelegentlich als Nebenwirkung die Aktivierung latenter Autoimmunerkrankungen haben. (Wikipedia)

Wenn Östrogene stimulierend auf das Immunsystem wirken, kann man dann sicher sein, dass hormonähnliche Substanzen keine Allergien auslösen?? Bedeutet Allergie nicht, dass das Immunsystem überstimuliert ist?  Wir sind schließlich auf der Suche nach den Ursachen dafür, dass ausgerechnet in den Industrieländern in den letzten Jahrzehnten die Häufigkeit von Allergien und Autoimmunerkrankungen stark angestiegen ist. Es klingt für mich wie eine plausible Verschwörungstheorie Erklärung.

In meinem medizinischem Halbwissen ist übrigens auch ein Zusammenhang zwischen zwischen Östrogenen und der Entstehung  von Brustkrebs gespeichert.

Und dann gibt es noch die  Ergebnisse von Tierversuchen, die Professor Dr. Ibrahim Chahoud aufzählt. Nicht sehr beruhigend:

Abnahme der Fruchtbarkeit, verzögerter oder verfrühter Eintritt der Pubertät und Verhaltensstörungen bei Jungtieren, die im Mutterleib der Substanz ausgesetzt waren.

Verhaltensstörungen kriege ich auch. Wenn ich nämlich darüber nachdenke , dass ich zwar PET-Flaschen und Plastikverpackungen mit Mühe und Not vermeiden könnte,  aber in den Herstellungsprozeß und die Lagerung unserer Lebensmittel keinen Einblick habe. Aber selbst bei Mineralwasser, bei dem die Belastung nun belegt ist, sehen das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) und der Verband der Deutschen Mineralbrunnen keinen Handlungsbedarf.

Veranstaltungshinweis

„Baumfällung – die Königsdisziplin“,  „Entasten von Baumstämmen“, „Tempo und Präzision“, das bietet morgen die 9. Deutsche Waldarbeitsmeisterschaft und Berliner Holzspektakel. „Schauen Sie den besten Profis Deutschlands beim präzisen Fällen großer Bäume zu.“  Möglicherweise läßt sich dort etwas lernen, oder der ein oder andere Kontakt knüpfen.  Wieviele der zu fällenden Bäume Birken sind, konnte ich aber nicht in Erfahrung bringen.

Vom 5. bis zum 7. Juni 2009, Treffpunkt F EZ – Berlin, An der Wuhlheide 197, 12459 Berlin. Eintritt ist frei.

Umzug trotz Pollengefahren

Es tut mir leid, dass ich Pollenblick ausgerechnet während der  SCHLIMMSTEN ZEIT  so vernachlässigt habe. Dafür kann ich jetzt  eine Frage beantworten, die den einen oder die andere bestimmt schon oft gequält hat :

Ist es eine gute Idee, mitten in der Pollenzeit umzuziehen?

Die Antwort lautet nein.

Es lauern 6 große Gefahren:

1. Schon im Vorfeld, auf der Wohnungssuche, ist man den Pollen übermäßig ausgesetzt. Wohnungssuche bedeutet, mit dem Statdplan in der Hand herumzuirren und im Straßencafe auf den nächsten Besichtigungstermin zu warten. Weiterlesen »

Petition zur Anerkennung von Allergien als chronische Krankheiten

Beim Online-Petitionssystem des deutschen Bundestags kann man zur Zeit eine Petition zur Anerkennung von Allergien als chronische Krankheiten unterschreiben.

Eine sehr begrüßenswerte Initiative. Ich hab mich das bei meinem letzten Arztbesuch auch schon gefragt. Ich hatte zwar schon mehrmals Lungenentzündung durch meine Allergie aber eine Kur wird mir trotzdem nicht bezahlt, weil Allergien nicht als chronisch gelten.

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Allergien und ähnlich dauerhafter Erkankungen des Immunsystems, welche breite Teile der Bevölkerung betreffen, in die Liste chronischer Krankheiten aufgenommen und die durch diese Erkrankungen belasteten Haushalte finanziell entlastet werden.

Begründung

Das Gesundheitssystem arbeitet auch hier sehr ineffizient.
Allergiker haben erhebliche Aufwendungen für Spezialwäsche, Reinigungsmittel, erhöhten Wasserverbrauch, Medikamente, Luftfilter, Ionisatoren bereits selber zu tragen.

Hinzu kommt die äußerst ineffiziente Verschreibungpraxis in Deutschland. Chronische Allergiker müssen mindestes jedes Quartal, meist jedoch öfters zur Versorgung mit Medikamenten den behandelnden Arzt konsultieren. Dies ist terminlich selbst in Großstädten z.B. wie Berlin nicht machbar und belastet das Gesundheitssystem vollkommen unnötig.

Die Folgen einer mangelhaften Behandlung sind eine Verschlechterung des Gesundheitszustands der Allergikers, die zu einer Entstehung eines chronischen Asthmas führen können.

Ist die Krankheit in die Liste chronischer Krankheiten aufgenommen (welche bereits eine große Anzahl Autoimmun und Immunerkrankungen ähnlich einer Allergie umfasst) verbessert sich die Situation für den behandelnden Arzt und Patient deutlich.

Eine Einteilung in „Schwere Grade“ und Unterscheidungskriterien ist sicher möglich, sehe ich allerdings als Kontraproduktiv, da sich die Schwere und der Umfang einer Allergie durch mangelhafte Behandlung steigern kann.

Möchte man Allergikern ein weitestgehend normales und integriertes Leben ermöglichen, so darf nicht die Suche und Sorge um dem nächsten „Schuss“ bzw. dem nächsten Termin, der nächsten Medikamentendosis, dem Geld für Medikamente, medizinische Geräte und Wäsche in den Weg gestellt werden.

Auch die soziale Ausgrenzung gerade von Kindern und Jugendlichen, die unter diesen Erkrankungen leiden will bedacht sein.

Und wenn ihr schonmal dabei seid könnt ihr natürlich auch noch die wichtige Petition gegen Internet-Placebo-Sperren unterschreiben. Begründet hab ich das schonmal bei keimform.de.

Pollen besudeln auch Kontaktlinsen

Allergiewelle hat das Thema Kontaktlinsen und Pollen angeschnitten. Erwähnenswert ist dabei der Ratschlag, statt Monatslinsen in der Pollenzeit Tageslinsen zu benutzen. Damit vermeidet man, eine birkenpollen-kontaminierte Linsen wieder ins Auge zu setzen. Meine Augenoptikerin berichtete, dass sie tatsächlich bei jemandem mal Pollen auf der Linse gesehen hat!!! Was für eine entsetzliche Vorstellung!

Ein weiterer Vorteil ist, dass Tageslinsen leichter verträglich sind, weil das Material viel dünner ist. Es muss ja nur einen Tag  halten. Und die Augen sind ja oft empfindlich in der Pollenzeit.

Schwindende Pollenmengen im Staubbeutel

Die momentane Birkensituation schätzt Dr. Wachter von Pollenflug Nord äußerst positiv ein. Der Blütehöhepunkt sei dieses Jahr schon überschritten, zumindest imWeser-Ems Gebiet. Er spricht von schwindenden Pollenmengen in den Staubbeuteln. Das Wetter soll bis Donnerstag trocken sein, aber wenn es dann endlich regnet, soll laut Wachter  sowieso schon das Schlimmste überstanden sein. Ich hoffe, er hat recht.

Erste Birken sind durch

Bisher war die Karte leer, auf der der Deutsche Wetterdienst das Ende der Birken- Blütezeit für 2009 dokumentiert. Seit kurzem gibt es jedoch drei Einträge: Göttingen ( 12.4.) und Stade (?) bei Hamburg (9.4., 10.4.). Es heißt:  „Meldequote 1%“.

Das deckt sich auch mit  Bennis Beobachtung, der den Anfang vom Ende in Frankfurt gesehen hat.  Allerdings ist es nicht ausgewöhnlich früh: 2008 waren die ein Prozent laut DWD schon ein paar Tage früher erreicht. Hoffen wir nur, dass das Ende diesmal genauso explosiv abläuft wie der Blütebeginn. Die Hundert Prozent traten letztes Jahr nämlich erst Anfang Mai auf. Das wäre ja noch lange hin.

Für uns beginnt gleichzeitig das Warten und Hoffen auf Regen, wie immer zu dieser Jahreszeit. Aber, Benni, ich glaube nicht, dass die Birken schneller verblühen, wenn der Regen ausbleibt. Wir kriegen nur mehr von dem Zeug ab.

Birken-Blitzblüte?

Nachdem ich es gerade leider nicht vermeiden konnte, das Haus zu verlassen sah ich schon die ersten Birken, die anfangen ihre widerlichen Killerpuschel abzuwerfen. Ist das ein Zeichen, dass wir dieses Jahr eine ebenso heftige wie kurze Blütezeit haben? Vielleicht ist in 1-2 Wochen schon alles wieder vorbei? Lasst mir meine Illusionen…